Meißen (dpa) - Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen will umsteuern und sich wieder auf ihr traditionelles Kerngeschäft konzentrieren. Mit dem Schwerpunkt Porzellan will sich die Firma in ihren Produkten fortan «deutlich mehr an den Bedürfnissen der Märkte und Kunden orientieren», gab sie am Freitag bekannt. Dazu werde das Sortiment neu gestaltet, bereinigt und umfassend modernisiert. Zudem will Meissen international wachsen. Auf ausländischen Märkten sehe man großes, noch unerschlossenes Potenzial, hieß es. Die Maßnahmen seien Teil einer langfristigen Strategie, die der Aufsichtsrat am Donnerstag abgesegnet habe. Die Strategie, die auch mit zusätzlichem Kapitalbedarf verbunden sei, werde nun dem Gesellschafter Freistaat Sachsen vorgelegt, erklärte Meissen. Im laufenden Geschäft will Meissen im Jahr 2020 keinen Verlust mehr machen. Mit der Strategie ist ein Abbau von etwa 60 der derzeit 667 Stellen geplant. Das soll vor allem durch Altersabgänge und Altersteilzeit geschehen. Zudem strebt das Unternehmen «notwendige Arbeitszeitverkürzungen» auf freiwilliger Basis an.Meissen hatte unter dem früheren Geschäftsführer Christian Kurtzke 2009 einen Kurswechsel vollzogen. Er wollte die Manufaktur zu einem Luxuskonzern umbauen und ließ auch Schmuck, Kleidung sowie Accessoires produzieren. Das Konzept misslang gründlich, 2014 stand ein Verlust von 19,2 Millionen Euro zu Buche, 2015 von 12,1 Millionen Euro.Meissens erklärtes Ziel bei der neuen Strategie ist auch die Sicherung der Kompetenz, handgemaltes Porzellan herstellen zu können. «Dieses kunsthandwerkliche Können in höchster Präzision und Qualität ist eines unserer wertvollsten Alleinstellungsmerkmale. Dies zu sichern, ist für die Zukunft des Unternehmens essenziell», betonten die Geschäftsführer Tillmann Blaschke und Georg Nussdorfer.