Köln (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dringt auf eine verstärkte Zusammenarbeit in Europa angesichts der internationalen Herausforderungen. Heute stelle sich die Frage: «Stellt sich Europa gemeinschaftlich auf oder kann man uns nach dem Motto «divide et impera» (lateinisch für «teile und herrsche») auseinanderteilen?», so Merkel am Montag bei der Jahrestagung des Beamtenbunds dbb in Köln. «Dann wird sich die Stärke Europas nicht entfalten können.» Die Regeln, die die europäischen Staaten vereinbart haben, müssten eingehalten werden, «solange man sie nicht gemeinsam geändert hat». Merkel betonte die Bedeutung der gemeinsamen Währung und des Binnenmarkts. 500 Millionen Europäer auf einer gemeinsamen Wertebasis hätten international eine ganz andere Schlagkraft als die Einzelstaaten, sagte sie mit Blick auch auf die USA, Russland und China.Als besondere Situation bezeichnete Merkel es, dass zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge auch die Austrittsverhandlungen mit Großbritannien anstünden. «Der Austritt, und dazu eines so wichtigen Partners wie Großbritannien, so etwas hat Europa noch nicht erlebt.» Rosinenpickerei dürfe es bei den Verhandlungen nicht geben. Sehr deutlich solle die EU aber machen, «dass wir neben den Austrittsverhandlungen eine positive Agenda zur Weiterentwicklung der Europäischen Union weiterführen». Hier gehe es um Arbeitsplätze und die Digitalisierung.