Washington (dpa) - Noch vor der offiziellen Amtsübernahme des künftigen US-Präsidenten Donald Trump hat Großbritanniens Außenminister Boris Johnson in den USA Vertreter des Trump-Teams getroffen. Zu einer Begegnung mit dem Republikaner oder seinem designierten Außenminister Rex Tillerson sei es aber nicht gekommen, berichteten US-Medien am Montag. Stattdessen habe sich Johnson mit Vertretern des Beraterstabes Trumps in New York und dann mit Abgeordneten in Washington getroffen. Es ist ungewöhnlich, dass ausländische Amtsträger noch vor Amtsantritt neu gewählter Regierungen zu Besuch kommen. Johnson hatte im US-Wahlkampf Trumps Äußerung, Teile von London seien von Muslimen so radikalisiert, dass Polizisten um ihr Leben fürchteten, als «einfach lächerlich» bezeichnet. Trump sei nicht geeignet, das Amt des Präsidenten zu bekleiden, hatte der frühere Londoner Bürgermeister bilanziert.Nach der Wahl Trumps zeichnete Johnson, der sich stark für den Austritt Großbritanniens aus der EU eingesetzt hatte, ein komplett anderes Bild: «Trump versteht es, Deals zu machen. Und das kann gut sein für Großbritannien», erklärte er. Experten glauben, dass London und Washington künftig vor allem beim Zurückdrehen von Regulierungen für die Finanzbranche sowie für die Ölindustrie gemeinsame Sache machen könnten.