Athen/Berlin (dpa) - Der griechische Migrationsminister Ioannis Mouzalas steht angesichts der schlechten Zustände in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln in der Kritik. «Die griechischen Behörden sollten aufhören, sich selbst zu humanitären Errungenschaften zu gratulieren, während Tausende im rauen Winter auf den Bescheid ihres Asylantrags warten», hieß es am Montag in einer Mitteilung der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.Die Organisation nahm auch die EU aufs Korn, die ebenfalls für die Zustände verantwortlich sei. Auf Chios, Lesbos und anderen Inseln der Ostägäis sind derzeit rund 15 500 Flüchtlinge und Migranten untergebracht. «Diese Familien, die bei Schnee und Eisregen zurückgelassen wurden, zahlen den Preis für den europäischen Zynismus und den verwerflichen Deal mit der Türkei», hieß es bei Ärzte ohne Grenzen.Der griechische Migrationsminister geriet am Montag zudem im Athener Parlament unter Beschuss, wie griechische Medien berichteten. «Noch Anfang Januar hieß es, die Lager seien winterfest, die Flüchtlinge würden nicht frieren. Und jetzt leben die Menschen in schneebedeckten Zelten», hieß es aus der Opposition. Mouzalas gestand ein, dass seine Behörde und auch er selbst die Verantwortung für die Zustände trügen. Von März an werde sich die Zahl der Flüchtlinge und Migranten auf den Inseln spürbar verringern, versicherte er.