Tampa (dpa) - Nach dem vermutlich irrtümlichen Luftangriff der US-geführten Koalition auf Regierungstruppen in Syrien hat das amerikanische Zentralkommando Details zu dem Vorfall öffentlich gemacht. Das Ziel sei zwei Tage lang beobachtet worden, sagte Sprecher John Thomas am Dienstag. Man sei der Meinung gewesen, dass man verlässliche Informationen darüber gehabt habe. Die Koalition ging demnach davon aus, dass es sich um eine Stellung des Islamischen Staates (IS) handelte.Bei dem Angriff waren nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 90 Soldaten der syrischen Armee getötet worden. Noch während der Angriff lief, warnte Russland die US-Seite, dass es sich um Truppen des Regimes handelte. Thomas sagte, bei der Warnung sei es aber zu einer Verzögerung gekommen, weil der Anruf der russischen Seite kryptisch gewesen sei und nicht sofort den richtigen Gesprächspartner erreicht habe. «Als die Russen uns gesagt haben, dass es sich um Stellungen des Regimes handeln könnte, haben wir den Angriff sofort gestoppt.» Der Vorfall soll untersucht werden. Offen ist aber, wann erste Ergebnisse vorliegen könnten.