Heidelberg: Kritik an Plänen für Eppelheimer Straße (Update)
Heidelberg. (dns) Die Stadtverwaltung soll bei den Plänen für die Neugestaltung der Eppelheimer Straße nachbessern. Dazu forderte sie am Mittwochabend die Mehrheit der Stadträte im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität auf. Dass die wichtige Achse durch die Bahnstadt umgebaut werden muss, bezweifelte dabei niemand. Denn die Straße sieht nicht nur unattraktiv aus, sie ist auch nicht für den wachsenden Verkehr im Stadtteil ausgelegt, für Radfahrer unangenehm zu befahren und bietet nur wenig Grün am Straßenrand. Das alles soll sich ab Ende 2024 ändern (die RNZ berichtete).
Doch die Mehrheit im Ausschuss wünscht sich dabei einen stärkeren Fokus auf die Radfahrer. Der Radschutzstreifen entlang der Fahrbahn ist nämlich mit einer Breite von zwei Metern, teilweise sogar nur 1,85 Meter, geplant – zu wenig, wie die Gemeinderäte finden. Die Grünen haben deshalb beantragt, den Streifen überall dort, wo es machbar ist, auf 2,30 Meter zu verbreitern und möglichst auch baulich von der Pkw-Spur abzugrenzen. "Das darf aber auf keinen Fall zulasten der geplanten Bäume gehen", betonte Stadtrat Christoph Rothfuß (Grüne), stattdessen sollte die Pkw-Spur im Zweifel schmaler werden. Diesem Antrag stimmten elf von 15 Räten zu, dagegen stimmten nur die Vertreter von CDU, Heidelbergern, FDP und AfD.
Ein Antrag der SPD, den Radstreifen deutlich zu vergrößern und dafür auf eine Baumreihe vor dem Bauhaus-Parkplatz zu verzichten, wurde dagegen abgelehnt.
Update: Donnerstag, 1. Juli 2021, 20.17 Uhr
Eppelheimer Straße soll schöner werden
Heidelberg. (ste) Die Eppelheimer Straße ist im Bereich der Bahnstadt alles andere als eine Schönheit: In der Mitte die ungenutzten Straßenbahngleise, an den Seiten Büros und Geschäfte, eine Tankstelle, ein Bordell. Eine typische Ausfallstraße eben – aber keineswegs repräsentativ für Heidelbergs Vorzeigestadtteil. Jetzt soll die Straße zwischen Luxor-Kino und Bauhaus für einen zweistelligen Millionenbetrag umgestaltet werden.
Doch nicht die Optik ist der Hauptgrund für das Vorhaben, sondern der zunehmende Verkehr durch die Entwicklung der Bahnstadt, dem die Straße und ihre technischen Anlagen in ihrem jetzigen Zustand nicht mehr gerecht werden. Wie es einmal werden soll, wurde jetzt im Bezirksbeirat des Stadtteils vorgestellt.
Geplant ist ein durchgängig dreispuriger Ausbau, wobei der mittlere Fahrstreifen für die jeweiligen Linksabbiegespuren reserviert ist, berichtete Bärbel Sauer, die Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement. Umfangreiche Prognosen, Modellrechnungen und Simulationen für den Verkehr im Jahr 2035 hätten ergeben, dass drei Ampelanlagen gebraucht werden: am Knoten Bauhaus/Henkel-Teroson-Straße, an der Agnesi- und an der Da-Vinci-Straße. Mittelinseln sollen Fußgängern die sichere Querung ermöglichen. Die Straßenbahngleise werden nicht mehr gebraucht, seit die Linie 22 über die Grüne Meile durch die Bahnstadt fährt. Auch soll die Eppelheimer Straße grüner werden: "Wir wollen so viele Bäume wie möglich pflanzen", versprach Sauers Kollegin Petra Keuchel. Dieses Vorhaben war auch mit ein Grund dafür, dass Radfahrer keinen separaten Weg bekommen, sondern einen 1,85 bis zwei Meter breiten Schutzstreifen auf der Fahrbahn. Ein Radweg würde auf Kosten vieler Bäume gehen. Parkplätze an der Straße wird es in Zukunft keine mehr geben, die Fahrzeuge sollen in den Tiefgaragen der Neubauten verschwinden. Als Geschwindigkeitsregelung ist Tempo 30 geplant.
Die Kosten für das Projekt schätzt das Verkehrsmanagement auf 10,1 Millionen Euro. Wie viel davon aus Förderprogrammen gedeckt werden kann, ist noch nicht klar, denn die eigentliche Umgestaltung liegt noch einige Jahre in der Zukunft: Derzeit geht die Verwaltung von einer Bauzeit von 2024 bis 2026 aus. Grund für den langen Vorlauf sind die vielen Leitungen der Stadtwerke, die unter der Eppelheimer Straße verlaufen und die neu geordnet werden müssen: Starkstrom, Gas mit hohem Druck und Fernwärme, dazu die gängigen Verbindungen für Strom, Wasser, Abwasser und Telefon. "Wir brauchen jetzt schon eine Entscheidung, damit die Stadtwerke die Verlegung planen können", erklärte Keuchel. Große Einwände hatte der Bezirksbeirat nicht, so ganz schienen die Mitglieder der Sache jedoch auch nicht zu trauen. Vier Rätinnen und Räte enthielten sich, sodass der Vorentwurf bei 3:1 Ja-Stimmen angenommen wurde.
