St. Leon-Rot: Kanalsanierung am St. Leoner See wird teurer
St. Leon-Rot. (obit) Im Februar 2020 erteilte der Ausschuss für Umwelt und Technik der Gemeinde St. Leon-Rot einer Firma aus dem südbadischen Hartheim den Auftrag, den Schmutzwasserkanal am St. Leoner See zu erneuern. Die veranschlagten Kosten damals: 415.738 Euro. Ein Jahr später, im Februar 2021, erhielt die Gemeindeverwaltung Post von dem Unternehmen. Darin enthalten: die Schlussrechnung über 575.697 Euro brutto und damit "weit über der Auftragssumme", wie es in der Beschlussvorlage der jüngsten Gemeinderatssitzung heißt.
Die Schlussrechnungsprüfung, die die Gemeinde bei einem Karlsruher Ingenieurbüro in Auftrag gegeben hatte, weist tatsächlich eine Kostensteigerung aus: auf 435.380 Euro. Doch dies liegt immer noch deutlich unter der Rechnung des Unternehmens aus Südbaden. Nach Gemeindeangaben musste das Karlsruher Büro "verschiedene Schlussrechnungsunterlagen nachfordern und mit der Firma verschiedene Gespräche" und auch Termine zur Klärung einzelner Posten führen. Viele Forderungen seien "nicht nachvollziehbar beziehungsweise nicht belegt", heißt es in der Vorlage der Gemeinde. Die 20.000-Euro-Mehrkosten seien unstrittig, die weitere Summe von 120.000 Euro hingegen schon, so die Beurteilung des Ingenieurbüros.
Die Gemeinde wollte laut Vorlage zunächst das Okay des Rates für die 435.380 Euro. In der Sitzung einigten sich die Gremiumsmitglieder nun auf eine Maximalsumme von 500.000 Euro. Bürgermeister Alexander Eger ging auf Nachfrage, ob es dabei bleiben würde, davon aus, dass die Gesamtsummer letztlich geringer ausfallen werde.
Nach Gemeindeangaben musste bei den Bauarbeiten "die Kanaltrasse zwischen Kiosk und Sanitärgebäude in südliche Richtung in den Parkplatz verschoben werden". Daher sei mit einer "gewissen" Kostenerhöhung zu rechnen gewesen, heißt es in der Vorlage.
Peter Dietz, Ortsbaumeister der Gemeinde, bestätigt auf RNZ-Nachfrage die gestiegenen Kosten der Bauarbeiten. "Der Mehrpreis kommt wegen der Trassenveränderung zustande", sagt Dietz. Erst bei den Baggerungen wurde ihm zufolge festgestellt, dass Leitungen im Weg liegen. Dies liegt auch an der früheren Dokumentation der Leitungen, die Laser-Technologie, die heute genutzt wird, gab es damals nicht.
Dietz zufolge liegt man aber weit unter den 575.000 Euro, die das südbadische Unternehmen aufgerufen hatte. "Ich schätze, wir sind unter den 500.000 Euro", bezog sich Dietz auf die Entscheidung des Rates. Mehrere Blöcke der Rechnung sollen nun geprüft werden.
Ursprünglich waren die Netto-Kosten mit 400.000 Euro im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs St. Leoner See eingeplant. Der Ratsvorlage nach sollen die "überplanmäßigen Mittel nun durch Einsparungen innerhalb des Wirtschaftsplans" finanziert werden.
