Walldürn: Löwenlichtspiele öffnen nach langem Lockdown wieder
Walldürn. (mb) Die Löwenlichtspiele in Walldürn öffnenam Donnerstag wieder. Acht Monate lang musste das Kino wegen der Corona-Maßnahmen geschlossen bleiben. Betreiber Nenad Tomasinjak freut sich mit seinem Mitarbeiter Florian Munz auf diesen Neustart unter Hygienebestimmungen. Auf dem Programm stehen Horror- und Kinderfilme.
"Wir vermissen den Kundenkontakt", sagt Nenad Tomasinjak. Über soziale Medien gewannen er und sein Mitarbeiter Florian Munz den Eindruck, dass auch die Kunden ihr Kino vermissten. "Viele Leute haben richtig Lust, ins Kino zu gehen", stellt der Kinobetreiber fest. Dass ein Kinobesuch wieder möglich ist, verdankt man nicht nur den sinkenden Inzidenzwerten, sondern auch einem ausgeklügelten Hygienekonzept.
Wie nach dem ersten Lockdown sollten sich die Kinobesucher am besten online eine Eintrittskarte kaufen. Im Kino selbst gilt Maskenpflicht bis zum Sitzplatz. Nur jede zweite Sitzreihe wird belegt. Zwischen einzelnen Besuchergruppen bleiben zwei Plätze frei. Von den 148 Sitzplätzen können deshalb maximal 60 vergeben werden. Nach den Worten von Tomasinjak werden in der Regel nur 40 bis 50 Personen gleichzeitig einen Film anschauen können. Die Besucherströme werden so geleitet, dass eintreffende und das Kino verlassende Gäste nicht aufeinandertreffen können. Die sogenannte "3G-Regel" gilt nicht. Man muss also keinen Impf-, Genesungs- oder Testnachweis vorlegen, um das Kino besuchen zu dürfen. Allerdings erfasst Nenad Tomasinjak die Kontaktdaten der Gäste entweder mit seinem Kassensystem, über die Luca-App oder schriftlich. Nach jeder Vorführung werden die Räume desinfiziert.
Bei der Programmauswahl orientierte sich Tomasinjak an Filmen, die in den USA gut gelaufen sind. So stehen diese Woche für Erwachsene die Horrorfilme "A Quiet Place 2" und "Conjuring 3" auf dem Programm, für Kinder die "Catweazle"-Verfilmung mit Otto Waalkes, "Peter Hase 2" und der Animationsfilm "Yakari", ab nächster Woche für Erwachsene auch der Thriller "Possessor".
Nenad Tomasinjak hat die Corona-Zwangspause dafür genutzt, sein Kino aufzuhübschen. So hat er im Saal die Wandbespannung erneuert, die Decke schwarz gestrichen, eine neue Beleuchtung installiert und draußen am Eingang eine neue Neon-Reklame angebracht. Die Tonanlage wurde bereits kurz vor dem ersten Lockdown erneuert.
Darüber hinaus war er damit beschäftigt, Anträge für verschiedene staatliche Förderprogramme zu stellen. "Die Zeit hat sich ganz und gar nicht wie Urlaub angefühlt", betont er. Besonders schwierig sei die Zeit um den Jahreswechsel herum gewesen. Denn da sei nicht geklärt gewesen, ob und wie viel an November- und Dezemberhilfe er erhalten werde. Erst als Ende Januar der positive Zuschussbescheid bei ihm eintraf, konnte er erleichtert aufatmen.
Während Tomasinjak seine insgesamt drei festangestellten Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken konnte, fielen seine Mini-Jobber komplett durchs Raster. In der Zeit der ersten Zwangsschließung habe er eine "Geistervorstellung" zugunsten seiner Mini-Jobber veranstaltet. Diese erhielten das Geld für Eintrittsgelder, auf deren Rückerstattung Kunden verzichtet hatten. Doch mehr konnte der Kinobetreiber für diese Mitarbeiter nicht tun. Für sein Kino in Künzelsau konnte er zur Wiedereröffnung nur die Hälfte der Mini-Jobber reaktivieren. Er muss also neues Personal aufbauen.
Nach dem ersten Lockdown hätten die Menschen nur zögerlich den Weg ins Kino gefunden, erinnert sich der Kinobetreiber. Der Oktober des vergangenen Jahres sei sein bester Monat gewesen, das Wochenende vor dem zweiten Lockdown das umsatzstärkste. Ein heißer Sommer dürfte sich negativ auf die Besuchszahlen auswirken, befürchtet Nenad Tomasinjak: "Wenn das Wetter sonnig und heiß ist, geht der Deutsche nicht ins Kino." Er hofft, dass die lange Schließungszeit trotzdem zu guten Besuchszahlen führen wird.
