Heidelberg: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung
Heidelberg. (dns) Weil eine Gruppe in der Öffentlichkeit offenbar lautstark verbotene, rechtsradikale Musik gehört haben soll, ermittelt nun die Heidelberger Staatsanwaltschaft. Konkret wird ein junger Mann der Volksverhetzung verdächtigt, wie die Ermittlungsbehörde gegenüber der RNZ bestätigte.
Der Beschuldigte hielt sich laut Zeugenaussagen am Abend des 10. November 2018 gemeinsam mit zwei anderen Männern und einer Frau unterhalb der Ernst-Walz-Brücke in Neuenheim auf und hörte über eine mobile Anlage laute Musik. Als eine Gruppe von Studenten, die dort ebenfalls den Abend verbrachte, den Vieren vorschlug, andere Lieder zu spielen, lehnten sie ab: "Nein, wir spielen jetzt deutsche Musik."
Daraufhin habe er ein Lied der Rechtsrock-Band "Landser" erklingen lassen, die 2001 als "kriminelle Vereinigung" verboten wurde. "Opa war Sturmführer bei der SS", heißt es darin unter anderem und: "Dann seh’ ich auf der Mütze den Totenschädel blitzen. Und weiß, dass all die Schweine bald schon wieder flitzen. (...) Der Enkel wird Sturmführer bei der SS." Auf die irritierte Frage der Studenten, ob sie denn Nazis seien, hätten der Verdächtige und seine Freunde bloß geantwortet: "Ja, habt Ihr ein Problem damit?" Dann könne man die "Kollegen von den Identitären (rechtsextreme Bewegung, Anm. d. Red.)" rufen, dann wehe ein anderer Wind: "Das hier ist Heidelberg, und Heidelberg ist rechts."
Wann mit einem Abschluss der Ermittlungen zu rechnen ist, konnte Presse-Staatsanwalt Tim Haaf auf RNZ-Anfrage noch nicht mitteilen. Aktuell werden nach RNZ-Informationen noch Befragungen durchgeführt. Auch darüber, welche Sanktionen den Verdächtigen blühen könnten, wollte sich der Staatsanwalt nicht äußern: "Zu einer möglichen Strafe kann ich Ihnen derzeit nichts Genaues sagen, da der Staatsanwaltschaft Heidelberg die Akten noch nicht vorliegen und der Tatbestand der Volksverhetzung verschiedene Tatbestandshandlungen enthält, die unterschiedlich sanktioniert werden."
