Luxemburg (dpa) - Der Berufungsprozess zur «Luxleaks»-Affäre um die Enthüllungen fragwürdiger Steuerdeals internationaler Konzerne mit Luxemburger Finanzbehörden dauert länger als erwartet. Er wird am 4. und 9. Januar fortgesetzt, sagte der Vorsitzende des Berufsgerichts, Michel Reiffers, am Mittwoch in Luxemburg. Ursprünglich sollte der Prozess am Mittwoch beendet sein. Die Plädoyers dauerten jedoch länger als erwartet, hieß es in Justizkreisen.Im Juni hatte ein Gericht zwei frühere Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) verurteilt und einen französischen Journalisten freigesprochen. Der als Hauptangeklagter geltende Antoine Deltour war zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung und 1500 Euro Geldbuße sowie zu einem symbolischen Schadenersatz von einem Euro verurteilt worden. Er hatte zugegeben, rund 45 000 Seiten Dokumente über Steuervorbescheide («Tax Rulings») großer Konzerne kopiert zu haben. Der Mitangeklagte Raphaël Halet war zu neun Monaten Haft verurteilt worden.