Istanbul (dpa) - Der türkische Fußballverband TFF hat den kurdisch geprägten Drittligisten Amedspor erneut wegen angeblicher «ideologischer Propaganda» bestraft. Der Verein müsse 40 000 Türkische Lira (umgerechnet etwa 10 900 Euro) bezahlen, teilte der Verband mit. Auf welche Aussagen sich die Strafe genau bezieht, wurde nicht erklärt. Die «Propaganda» habe vergangene Woche im Heimspiel gegen Fenerbahce in der Gruppenphase des türkischen Pokals stattgefunden. Medienberichten zufolge geht es um den Slogan «Leiste Widerstand, Diyarbakir», den die einheimischen Anhänger nach dem 1:1 gegen den Istanbuler Spitzenklub anstimmten. Der Verein kritisierte die Entscheidung auf Twitter und erklärte, die Worte seien als Teil eines Fangesangs seit «zehn Jahren auf den Tribünen in Diyarbakir» zu hören. Bereits in der Vergangenheit war Amedspor ins Visier des TFF geraten. Der Verein ist in Diyarbakir beheimatet und definiert sich über seine kurdische Herkunft. Diyarbakir steht seit Juli 2015 als Schauplatz von Kämpfen zwischen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und Sicherheitskräften im Mittelpunkt. Auch der Leistungsträger und ehemalige Bundesliga-Profi Deniz Naki wurde der Propaganda bezichtigt, für 12 Pflichtspiele gesperrt und angeklagt, später aber freigesprochen.