Moskau (dpa) - Vor der Vorstandssitzung des Biathlon-Weltverbands IBU zu den Doping-Anschuldigungen gegen Russland hat der russische Verband seine Kooperationsbereitschaft betont. Man arbeite seit Jahren eng mit der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zusammen, schrieb der Verband in einer Erklärung, aus der die Zeitung «Sport Ekspress» am Mittwoch zitierte. Ein Beleg für den Anti-Doping-Kurs sei auch die Anstellung der Trainer Ricco Groß und Wolfgang Pichler gewesen, «die wohl kaum bereit gewesen wären, ihre Reputation aufs Spiel zu setzen». Pichler hatte Russlands Damen bis zu den Sotschi-Spielen betreut, Groß ist momentan Cheftrainer der russischen Männer.Der Weltverband IBU wird sich am Donnerstag mit 31 russischen Skijägern beschäftigen, die angeblich in einem Bericht des WADA-Sonderermittlers Richard McLaren genannt sind. «Uns sind die Namen nicht bekannt», teilte der russische Verband mit. Vermutlich seien die meisten der Genannten aber längst überführt und würden ihre Sperre verbüßen. Eine mögliche Sanktion der IBU wäre, der sibirischen Stadt Tjumen die Biathlon-WM 2021 zu entziehen. Das wäre für die Stadt zwar eine Katastrophe, sagte der Gouverneur des Gebiets Tjumen, Wladimir Jakuschew, der Zeitung. «Aber noch fürchterlicher wäre der Ausschluss der russischen Mannschaft von internationalen Wettbewerben.»