Berlin (dpa) - Ex-Umweltminister Klaus Töpfer (78, CDU) sieht in einer frühen Beteiligung der Bürger den Schlüssel für die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. «Ich sehe darin eine große Chance», sagte der neue Vorsitzende des sogenannten Nationalen Begleitgremiums, das die Standortsuche begleiten soll, der Deutschen Presse-Agentur. In einer «postfaktischen» Gesellschaft, in der rationale Argumente nicht mehr entscheidend seien, müsse man die breite Öffentlichkeit in die Entwicklung der Lösung einbinden. Der beginnende Wahlkampf sei im kommenden Jahr eher kein Problem für die Suche, glaubt Töpfer. «Egal, wer nach der nächsten Wahl regiert: Jede Regierung wird sich mit der Frage befassen müssen, was wir mit diesen Abfällen machen», sagte er. Das Gesetz zur Standortauswahl, für das das Bundeskabinett am Mittwoch eine Formulierungshilfe verabschieden wollte, sei von allen Parteien gewünscht. Nach den bisherigen Plänen will Deutschland bis 2031 einen Standort für ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll finden. Dort soll er eine Millionen Jahre lang sicher lagern können.