Prag (dpa) - Gegen einen Komplettausschluss russischer Sportler von den Olympischen Spielen in Rio hat sich der Vorsitzende des tschechischen Nationalen Olympischen Komitees, Jiri Kejval, ausgesprochen. «Eine Strafe für alle Sportler, selbst wenn es nur die Leichtathleten treffen sollte, ist völlig inakzeptabel und ungerecht», sagte der frühere Ruderer der Zeitung «Lidove noviny» (Donnerstag). Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte Russland in ihrem Bericht systematisches Staatsdoping vorgeworfen.Nicht die Sportler hätten versagt, sondern das System der WADA, kritisierte Kejval. Das Labor in Moskau, in dem es zu Manipulationen gekommen sein soll, sei schließlich von der WADA akkreditiert gewesen. «Die Tätigkeit der WADA muss einem nachdrücklichen Kontrollsystem unterstellt werden», forderte der 48-Jährige.Kejval behauptete zudem, es habe in der Vergangenheit Fälle gegeben, dass WADA-Fachleute im Nebenjob dopende Sportler berieten. «Das ist wie im IT-Geschäft, wenn Anti-Viren-Hersteller Viren entwickeln und verbreiten, nur um Computer dann vor ihnen zu schützen», sagte der Funktionär.