Rom (dpa) - Ein Schiff der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat 209 Menschen im Mittelmeer gerettet. Die Teams von MSF und SOS Méditerranée bargen am Mittwoch zudem 22 Leichen, wie Ärzte ohne Grenzen am Donnerstag mitteilte. Die Flüchtlinge hätten mit zwei Schlauchbooten versucht, das Meer zu überqueren, als das Such- und Rettungsschiff «MV Aquarius» sie entdeckt habe.Bis auf einen Mann waren die Toten alle Frauen. «Die Überlebenden saßen stundenlang mit den Leichen dieser Frauen auf dem Boot», sagte der Leiter der MSF-Hilfseinsätze, Jens Pagotto. Viele seien zu traumatisiert, um über das Erlebte zu sprechen. «Es ist noch unklar, wie genau die Frauen starben.»Die italienische Küstenwache informierte über fünf Einsätze auf dem Mittelmeer, bei denen am Mittwoch insgesamt 567 Migranten gerettet worden seien.Die Internationale Organisation für Migration schätzt, dass seit Jahresbeginn 2954 Menschen im Mittelmeer starben oder verschwanden. Dies wären fast 1000 Menschen mehr als im selben Zeitraum 2015.