New York (dpa) - Der frühere DFB-Kapitän Michael Ballack hat den neuen EM-Modus scharf kritisiert. «Wir sehen nicht mehr so viele gute Spiele. Gestern die Slowakei, sie haben sich zurückgezogen und den dritten Platz angepeilt, heute Nordirland, sie machen nicht mehr richtig was», sagte der frühere Fußball-Nationalspieler, der das 1:0 der Deutschen bei der EM gegen Nordirland am Dienstag wie üblich für den US-Sportsender ESPN analysierte. «Und das wollen wir nicht. Das ist nicht wirklich ein offenes Spiel.»Alle seien verwirrt von dem neuen Modus, bei dem sich nach der Aufstockung auf 24 Mannschaften erstmals nicht nur die Teams auf den Plätzen eins und zwei für die K.o.-Runde qualifizieren, sondern auch die vier besten Gruppendritten. «Für die kleinen Teams ist es gut, es gibt ihnen eine Möglichkeit, in die nächste Runde zu kommen», sagte Ballack. «Aber auf der anderen Seite kritisiere ich ein bisschen die Qualität der Spiele, wenn sich die Teams nur noch für den dritten Platz qualifizieren wollen. Die EM war immer für ihre hohe Qualität bekannt, mit 16 Teams, sehr kompakt, sehr konkurrenzbetont, das geht jetzt ein bisschen verloren.»Der 39 Jahre alte Ballack hatte bis 2012 unter anderem für den 1. FC Kaiserslautern, Bayern München, Bayer Leverkusen und den FC Chelsea gespielt sowie 98 Länderspiele absolviert. Er stand mit Leverkusen und Chelsea im Finale der Champions League und führte das DFB-Team 2002 ins WM-Endspiel. Seit 2012 arbeitet Ballack als Experte für ESPN.