Bern (dpa) - Für den Mord an einer Zeugin ist ein Mann in der Schweiz zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der heute 55-Jährige habe 2013 eine Praxisassistentin erstochen, weil sie gegen ihn im Fall eines mutmaßlichen Sozialbetrugs aussagen wollte, erklärte das Regionalgericht in Burgdorf (Kanton Bern) am Donnerstag zur Begründung des Urteils. Der Mann hatte laut Staatsanwaltschaft ein Rückenleiden simuliert und sich so jahrelang Zahlungen aus der in der Schweiz obligatorischen Invalidenversicherung erschlichen. Die 38-jährige Praxisassistentin habe die Ermittlungen gegen ihn ins Rollen gebracht, nachdem sie zufällig beobachtet habe, wie er nicht mehr hinkte, sondern problemlos gehen konnte. Nachdem Gutachter erklärten, der Invalidenrentner habe seine Beschwerden nur vorgetäuscht, wurde er wegen Betrugs angeklagt. Kurz vor dem Beginn dieses Prozesses habe der Mann die als Zeugin geladene Mitarbeiterin der Arztpraxis an ihrer Wohnungstür überfallen und mit mehreren Messerstichen getötet, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte wies die Vorwürfe zurück. Das Gericht befand ihn dennoch für schuldig, da am Tatmesser seine DNA und an seinen Schuhen Blut des Opfers gefunden worden waren.