Kairo (dpa) - Die Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat die Menschenrechtslage in Ägypten scharf kritisiert. «Es kann nicht sein, dass eine Gesellschaft die Meinungsfreiheit, Demonstrationsfreiheit und Pressefreiheit derartig einschränkt», sagte Roth der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Kairo. In dem nordafrikanischen Land herrsche eine bedrückende Lage, die von «massiver staatlicher Repression» geprägt sei.Dennoch glaube sie nicht, dass ein Ende der Zusammenarbeit Deutschlands mit Ägypten Sinn mache, sagte Roth. Wichtig sei, der Politik und dem Präsidenten Abdel Fattah al-Sissi deutlich zu machen, dass erwünschte deutsche Investitionen in Ägypten ein sicheres, demokratisches Fundament bräuchten. Bei einem Besuch in Kairo traf die Grünen-Politikerin nach eigenen Angaben unter anderem den ägyptischen Parlamentspräsidenten, die Minister der Justiz und des Inneren sowie Vertreter von Nichtregierungsorganisationen.Seit der Machtübernahme des ehemaligen Armeechefs al-Sissi beklagen Menschenrechtler die massenhafte Inhaftierung von Regimekritikern, fehlende Prozesse und Folter sowie die Einschränkung der Bürgerrechte und Pressefreiheit in Ägypten.