Moskau (dpa) - Russland fürchtet Auswirkungen der europäischen Flüchtlingskrise im eigenen Land. «Unsere Analyse hat ergeben, dass der Europäischen Union die Steuerung der Migrationsprozesse noch nicht gelingt», sagte der Chef der Einwanderungsbehörde, Konstantin Romodanowski, am Freitag in Moskau. Russland müsse sich auf mögliche Folgen vorbereiten, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Es sei nicht ausgeschlossen, dass künftig mehr Flüchtlinge aus dem Nahen Osten, Nordafrika und Zentralasien auch nach Russland kämen, meinte er. «Wir müssen auf die Gefahren gefasst sein, die von unkontrollierten Migrationsprozessen in Europa ausgehen», sagte Romodanowski. Russland könne für Flüchtlinge als Transitland Richtung Westeuropa, aber auch als Zielland infrage kommen. Zugleich verwies Romodanowski auf die eigene Migrationspolitik. Seit dem Beginn des Ukraine-Konflikts 2014 hätten fast zwei Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland in Russland Zuflucht gefunden, sagte er. Beobachtern zufolge haben sie sich in verschiedenen Teilen des Riesenreichs niedergelassen, viele halten sich aber noch in der Grenzregion zur Ukraine auf.