Athen (dpa) - Der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Filippo Grandi, ist mit der europäischen Flüchtlingspolitik hart ins Gericht gegangen. «Meine größte Sorge ist, dass die Schließung der Balkanroute einen Rückstau hier in Griechenland erzeugen wird», sagte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Athen. «Wir müssen uns darauf einstellen, dass viele Tausend Menschen hier (in Griechenland) stranden könnten», warnte er. «Das UNHCR wird den Griechen helfen», versprach er.Zuvor hatte Grandis die Insel Lesbos besucht, auf der täglich Hunderte Migranten aus der Türkei ankommen. Dort habe er die Angst in den Augen der Menschen gesehen, die aus den von Krieg erschütterten Ländern kommen. Europa setze bereits seit Monaten getroffene Beschlüsse über die Verteilung von Flüchtlingen nicht in die Tat um, kritisierte Grandi. Nur einige Hundert Flüchtlinge seien aus Ländern mit EU-Außengrenzen von anderen übernommen worden, klagte er und fügte hinzu: «Für eine Lösung bedarf es der Kooperation aller EU-Staaten.» Am wichtigsten aber sei es, den Krieg in Syrien zu beenden.