Athen (dpa) - Die Flüchtlinge werden eine Blockade der bisherigen Balkanroute über Mazedonien nach Einschätzung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) umgehen. Sie würden sich andere Wege suchen, um nach Mitteleuropa zu gelangen, warnte am Mittwoch der Leiter der griechischen IOM-Sektion, Daniel Esdras. «Diese Menschen werden den alten Weg über die Häfen von Patras und Igoumenitsa nehmen», sagte er dem Nachrichtensender Skai. Von diesen westgriechischen Häfen aus seien früher Flüchtlinge Richtung Italien aufgebrochen. Von Patras und Igoumenitsa aus gehen täglich Fähren nach Italien. Die kürzeste Fahrt ins italienische Brindisi dauert etwa siebeneinhalb Stunden. Migranten versuchten immer wieder, sich in Lastwagen zu verstecken, um unbemerkt nach Italien zu gelangen. Viele riskierten auch ihr Leben, um in kleinen Booten nach Italien überzusetzen. Migranten, die in Athen nach der Teilschließung der Grenze durch Mazedonien gestrandet sind, sagten am Mittwoch Reportern, sie wollten nun versuchen, über Mazedoniens westlichen Nachbarn Albanien Richtung Mitteleuropa zu kommen. Experten hatten Medienberichten zufolge kürzlich auch gewarnt, Flüchtlinge könnten wieder auf die Route Libyen-Italien ausweichen sowie über das Schwarze Meer Richtung Norden oder aus der Osttürkei über Georgien nach Russland gelangen.