Frankfurt/Main (dpa) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt vor überzogenen Erwartungen an Bargeld-Obergrenzen und eine Abschaffung großer Banknoten wie dem 500-Euro-Schein. Befürworter hoffen, durch solche Maßnahmen Terrorfinanzierung, Kriminalität und Schwarzarbeit eindämmen zu können. «Das mit diesen Maßnahmen verfolgte Ziel ist unterstützenswert», sagte Weidmann am Mittwoch in Frankfurt. «Es sind jedoch Zweifel angebracht, ob Terroristen und Kriminelle an illegalen Handlungen gehindert werden, weil es eine Obergrenze gibt oder die großen Stückelungen abgeschafft werden.»Die Europäische Union prüft Obergrenzen bei Bargeldzahlungen wie es sie in vielen Ländern schon gibt. Deutschland hatte eine Grenze von 5000 Euro für Barzahlungen ins Spiel gebracht. Zudem wird in der Europäischen Zentralbank (EZB) über die Abschaffung des 500-Euro-Scheins nachgedacht. «Mir ist keine Absichtserklärung des EZB-Rates bekannt, den 500-Euro-Schein abzuschaffen. Es gibt auch keine Entscheidung», sagte Weidmann.«Es wäre aus meiner Sicht fatal, wenn in der Öffentlichkeit der Eindruck entstünde, die Diskussion um Bargeldobergrenzen und die Abschaffung des 500-Euro-Scheins stellten Schritte hin zu einer allgemeinen Abschaffung des Bargelds dar», betonte Weidmann. Gerade in Deutschland seien Schein und Münze sehr beliebt. «Wir wollen den Bürgern die Zahlungsart ermöglichen, die sie sich wünschen.» Für Bargeld spreche, dass Zahlungen mit Schein und Münze «entgegen mancher Vorurteile keine besonders teure Zahlungsart» seien.