Paris (dpa) - Der langjährige Grünen-Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit und die frühere französische Sozialisten-Chefin Martine Aubry haben die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel verteidigt. «Nein, sie hat keinen historischen Fehler begangen», schrieben sie gemeinsam mit weiteren französischen Sozialisten und Grünen in einem am Mittwoch veröffentlichten Gastbeitrag für die Zeitung «Le Monde». Merkel habe Europa nicht in Gefahr gebracht: «Sie hat es vor der Schande gerettet, unsere Türen vor all diesen Frauen, Männern und Kindern zu verschließen, die vor Verfolgung und Tod fliehen (...).»Die Politiker griffen dabei explizit Frankreichs Premierminister Manuel Valls an, der sich auf der Münchner Sicherheitskonferenz gegen ein von Merkel gewünschtes dauerhaftes System zur Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb Europas ausgesprochen hatte. «Nein, Angela Merkel ist nicht naiv, Herr Premierminister», schrieben sie in dem Artikel, der eine Art Generalabrechnung mit der Politik von Präsident François Hollande war.