Prag (dpa) - Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka hat Verständnis für die deutsche Entscheidung gezeigt, wieder Grenzkontrollen einzuführen. «Die EU hat in der Flüchtlingskrise ihre eigenen Regeln nicht eingehalten und die Außengrenzen nicht effektiv geschützt», teilte der Sozialdemokrat am Sonntag in Prag mit. Deutschland habe daher ein Recht zu einer solchen vorübergehenden Maßnahme, fügte Sobotka hinzu.Der tschechische Regierungschef fühlte sich in seiner Forderung nach einer besseren Sicherung der EU-Außengrenzen bestätigt: «Ich hoffe, dass die deutsche Entscheidung den Druck erhöht hin zu einer Lösung, den aktuellen Flüchtlingsstrom besser zu regulieren.» Tschechien zählt mit Polen, Ungarn und der Slowakei zu den Gegnern eines EU-weiten Verteilsystems für Flüchtlinge. Als Reaktion auf den Andrang Zehntausender Flüchtlinge hatte Deutschland am Sonntag wieder Grenzkontrollen eingeführt. Schwerpunkt ist zunächst die Grenze zu Österreich.Wie zuvor sein Innenminister kündigte Sobotka an, dass die Zahl der Polizisten an der österreichisch-tschechischen Grenze erhöht werde. Falls es zu einem größeren Zustrom komme, werde man «die unabdingbaren Sicherheitsmaßnahmen» ergreifen, sagte er.