Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise ein entschiedeneres Vorgehen der Europäer im Syrienkonflikt gefordert. «Wir dürfen dem Morden nicht weiter zusehen», sagte der CDU-Politiker dem «Tagesspiegel» (Sonntag). Europa benötige eine sicherheitspolitische Strategie, die sich nicht «von vornherein auf Diplomatie beschränkt». Man könne die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nicht aus der Luft besiegen und sich nicht allein auf den Kampf der kurdischen Peschmerga am Boden verlassen.Europa habe in der Vergangenheit in der Außen- und Sicherheitspolitik zu wenig entschlossen gehandelt, sagte de Maizière. «Der Westen hat Libyen bombardiert und als der Diktator weg war, war das Engagement beendet. Auch der Kampf gegen den syrischen Diktator (Baschar al-)Assad und den sogenannten Islamischen Staat wird nicht mit der notwendigen Entschiedenheit geführt.» Auf die Frage, ob der Westen notfalls Bodentruppen einsetzen sollte, antwortete de Maizière mit «Nein».