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Tennis: Alexander Zverev und die scharfe Kritik – "Unglaublich respektlos"

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Deutschlands bester Tennisspieler wird aller Voraussicht nach die neue Nummer eins der Weltrangliste werden. Damit kommt auch erneut scharfe Kritik an ihm auf – aus Gründen, für die er eigentlich gar nichts kann. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Spätestens Mitte November ist es so weit. Am 15. November nämlich starten die ATP-Finals in Turin – und dann wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Alexander Zverev endgültig die neue Nummer eins der Tennis-Weltrangliste werden. Als erst zweiter Deutscher überhaupt nach Boris Becker . Dass es so kommt, gilt seit dem vorzeitigen Saisonaus des aktuellen Spitzenreiters Jannik Sinner wegen anhaltender Knieprobleme als feststehend. Denn Sinner kann dadurch in den verbleibenden Turnieren seine vielen Punkte aus der erfolgreichen Vorsaison nicht verteidigen. Zverev, der deutlich weniger Zähler zu verlieren hat, wird den Südtiroler deswegen schon bald einholen – unabhängig davon, wie erfolgreich der 29-Jährige selbst in den kommenden Wochen spielt. Aktuell trennen beide Athleten in der Weltrangliste noch 1.280 Punkte. TV-Experte verteidigt Zverev: "Das kann niemand bestreiten" Sinner beendet Saison: Zverevs Riesenchance auf Nummer 1 Aus im Viertelfinale: Zverev verzweifelt gegen Altmeister Zverev kann damit sein ohnehin schon historisches Jahr krönen, in dem er der beste, konstanteste Spieler war: Im Juni gewann er mit den French Open sein erstes Grand-Slam-Turnier , legte im September dann den Triumph bei den US Open nach. Dazwischen erreichte er auch das Finale von Wimbledon . Nun besteigt er aller Voraussicht nach den Tennis-Thron. "Lachhaft" Doch der Hamburger sieht sich auch nun wiederholt scharfer Kritik ausgesetzt. "Dass Alexander Zverev zwei Grand Slams gewinnt und die Nummer eins der Welt wird in einem Jahr, in dem er weder Carlos Alcaraz , Jannik Sinner oder Novak Djoković schlagen konnte, ist lachhaft", schrieb Tennis-Journalist Scott Barclay unlängst bei X. Zahlreiche Fan-Posts hatten und haben denselben Tenor: "Ich habe den Typen geschlagen, der selbst niemanden schlägt", schrieb ein User zu einem Interview von Djoković vor wenigen Tagen, nachdem dieser Zverev im Halbfinale von Peking bezwungen hatte. Ein anderer meinte: "Um Weltranglistenerster zu werden, benötigte Zverev nur Verletzungen von Alcaraz und Sinner und einen gealterten Djoković" und nahm damit auch Bezug auf die wechselhaften Vorstellungen des Rekord-Grand-Slam-Siegers über das Jahr. Nach Zverevs Sieg im Finale der US Open vor wenigen Wochen sagte US-Legende John McEnroe als Experte in der Live-Übertragung des Senders ESPN sogar: "Carlos und Jannik, werdet schnell wieder gesund" – was ihm als Seitenhieb auf Zverev ausgelegt wurde. Der wiederkehrende Vorwurf: Zverev konnte sich 2026 nur deshalb so ins Rampenlicht spielen, weil er von den Langzeitverletzungen seiner Konkurrenten Sinner und Alcaraz und den immer größeren Leistungsschwankungen des mittlerweile 39-jährigen Djoković profitierte. Der Italiener, der Spanier und der Serbe sind im aktuellen Tennis-Zirkus die einzigen, die Zverev noch übertrumpfen, die noch stärker einzuschätzen sind. Die 6:4, 4:6, 4:6-Niederlage Zverevs beim Masters in Peking gegen den "Djoker" vor wenigen Tagen gab dieser Auffassung nochmals Auftrieb. Becker verteidigt Zverev Allerdings ist auch der Widerspruch groß – Zverev wird auch vehement verteidigt und weiß namhafte Fürsprecher auf seiner Seite. "Er kann nur die Gegner schlagen, die auf der anderen Seite des Netzes stehen", sagt TV-Experte Patrik Kühnen im Gespräch mit t-online . "Es geht nun einmal auch darum, Chancen zu nutzen, wenn sich Chancen ergeben. Und Alexander Zverev hat 2026 die Chancen, die sich ihm aufgetan haben, absolut stark genutzt", erklärt der frühere Kapitän des deutschen Davis-Cup-Teams weiter. Vor Tagen schon äußerte sich bereits Boris Becker ähnlich: "Ich finde es eigentlich eine bodenlose Frechheit und eine unglaubliche Respektlosigkeit gegenüber seiner Leistung", sagte Becker im gemeinsamen Podcast mit der früheren deutschen Weltklassespielerin Andrea Petković. Schließlich könne Zverev "nichts dafür, wenn Sinner sich vorher verletzt. Er kann nichts dafür, dass Alcaraz vier Monate lang verletzt war und im Viertelfinale (der US Open, Anm. d. Red.) gegen Ben Shelton verliert. Er kann nichts dafür, wenn seine Gesetzten in seiner Hälfte alle früher verlieren." In New York musste Zverev bis zu Finalgegner Shelton keinen einzigen Spieler aus den Top 10 bezwingen. Kommentar zum US-Open-Sieg von Alexander Zverev: Diese Vorwürfe sind absurd Becker weiter: Man müsse Zverev "auch mal den Respekt zollen, den er verdient". Das tat auch Djoković: "Er ist im Moment der beste Spieler auf der Welt, hat einen unglaublichen Lauf und viel Selbstvertrauen", sagte der Serbe nach seinem Sieg im Viertelfinale von Peking. "Wenn er so aufschlägt wie im Moment, dann ist es ein Albtraum, gegen ihn zu spielen. Die wenigen Chancen, die du bekommst, musst du nutzen und das ist mir heute zum Glück gelungen." Denn auch über das ganze Jahr gesehen gab es eben nicht viele Chancen gegen Zverev. Der 1,98-Meter-Mann war im Gegensatz zu seinen großen Konkurrenten eben durchgängig fit und spielte sehr beständig, gab sich keine Blöße – er nutzte die Möglichkeiten, die sich ihm boten, ungeachtet seiner Gegner. Übrigens profitiert auch Djoković von Sinners Saisonaus: Der aktuell Neuntplatzierte im Ranking für die ATP-Finals in Turin rückt durch die Absage des Italieners einen Rang vor – und wäre damit beim Jahresabschluss dabei. "Ich werde für den Rest des Jahres konzentriert bleiben und alles dafür tun, die Resultate so zu holen, dass ich die Chance habe, Nummer eins zu sein", hatte Zverev, Olympiasieger von 2021, zuletzt angekündigt. Ganz gleich, was Kritiker sagen mögen.





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