Casa della Trota: Lost Place am Gardasee: Die Reste des alten Hotel Ponale verschwinden
Goodbye, alte Ruine: Am Gardasee begeistert das Casa della Trota Fans verfallener Orte. Nun weicht das alte Hotel einem Radweg – zumindest teilweise.
Vom Ristorante-Schriftzug ist nur noch „Storante“ übrig, Moos wuchert zwischen den Bodenplatten hervor, Fenster fehlen, dafür macht sich an allen Ecken Schimmel breit. Seit Jahren klebt die Casa della Trota am Gardasee als spektakuläre Ruine zwischen Felswand, Straße und See.
Einheimische und Besucher kennen das verfallende Gebäude an der Mündung des Ponale bei Riva del Garda noch als Hotel Ponale, andere aus Aufnahmen von Lost-Place-Fotografen und Drohnenvideos: bröckelnde Wände vor der Postkarten-Kulisse Gardasee. Nun bekommt die Anlage eine Zukunft.
Die Provinzregierung Trient wird die Casa della Trota für 2,3 Millionen Euro erwerben. Das Areal liegt an historisch bedeutsamer Stelle: Hier befanden sich einst der alte Hafen sowie der Zugang zur Ponale-Route, der früheren Verbindung zwischen dem Gardasee und dem Ledro-Tal.
Mit dem Kauf verfolgt die Provinz mehrere Ziele: Zum einen soll der ursprüngliche Gebäudekern aus dem 18. Jahrhundert wiederhergestellt und marode, nicht denkmalgeschützte Bauteile abgerissen werden. Außerdem plant die Verwaltung, den alten Weg zwischen Seeufer und historischer Ponale-Strecke wieder zugänglich zu machen.
Radweg am Gardasee wird erweitert
Mit der Übernahme und Sanierung des Areals wird zudem die Trasse des Rad- und Fußwegs Ciclovia del Garda neu geplant; ein ursprünglich vorgesehener und kostspieliger Tunnelbau wird entfallen. Stattdessen ist ein rund 300 Meter langer Abschnitt direkt am See vorgesehen. Er soll den Bereich zwischen dem Ende des Orione-Tunnels und der Ponale-Mündung mit dem südlichen Abschnitt des Titani-Tunnels bis zum Aurora-Tunnel verbinden.
Für Lost-Place-Fans mag der Umbau des alten Hotel Ponale ein Verlust sein, für die meisten Touristen und Bewohner aber öffnen sich so neue Wege – im wörtlichen Sinne.
