Ausgeliefert im Zug: Mädchen sexuell belästigt, Jungen attackiert: Polizeieinsatz auf Klassenfahrt
Straftaten im Zugabteil sind eine Horrorvorstellung für Reisende. Auf dem Weg ins Münsterland musste eine Schulklasse eine sehr unangenehme Erfahrung mit einem Betrunkenen machen.
Schockerlebnis für eine Schulklasse auf dem Weg ins Münsterland: In einem Regionalexpress wurden zwei Minderjährige nach eigener Aussage sexuell belästigt, zwei weiteren wurde mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Wie die Bundespolizeiinspektion Dortmund mitteilte, stoppte der RE 100 wegen der körperlichen Auseinandersetzungen im Zugabteil in Essen-Werden. Dort stiegen mehrere Einsatzkräfte zu und nahmen einen alkoholisierten 18-Jährigen aus Neuss in Polizeigewahrsam, um weitere Straftaten zu verhindern.
Die Bundespolizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen sexueller Nötigung und sexueller Belästigung, Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung ein.
Jugendliche in Regionalexpress suchen Schutz in anderem Abteil
Nachdem zwei 16-Jährige ihrer Lehrerin von Übergriffen erzählt hatten und der Tatverdächtige weitere Mädchen der Schulklasse belästigt hatte, wollte der Bahnmitarbeiter den Aggressor des Abteils verweisen. Der sei der Aufforderung jedoch nicht nachgekommen. Eine Zeugin habe angegeben, dass zwei Jugendliche ihr Abteil aufgesucht und um Schutz gebeten hätten.
Als zwei 15-Jährige den Beschuldigten passierten, soll der ihnen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Einer der Jungen habe daraufhin stark aus der Nase geblutet. Rettungskräfte untersuchten den Jugendlichen, der vermutlich eine Nasenbeinfraktur erlitten habe.
Der zweite Geschädigte habe über Schmerzen an der rechten Wange geklagt. Nach Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten hätten sich die Jungen in Dülmen in ärztliche Behandlung begeben.
Polizei fesselt aggressiven Tatverdächtigen
Mitreisende gaben laut Polizeibericht gegenüber den Beamten an, dass der Mann zuvor lautstark im Zug herumgeschrien und auch andere belästigt habe. Nachdem er sich ebenso aggressiv gegenüber den Polizisten verhalten habe, sei er gefesselt worden.
Auf dem Weg zur Bundespolizeiwache am Essener Hauptbahnhof habe er die Beamten zudem beleidigt und den Anweisungen nur widerwillig Folge geleistet. Während der Durchsuchung habe der 18-Jährige versucht, sich loszureißen, wild um sich getreten und den Einsatzkräften mit Gewalt gedroht.
