König Haralds Beisetzung: Worum König Haakon die schwedische Kronprinzessin bat
Mit einem Staatsbegräbnis wurde König Harald V. am Mittwoch beigesetzt. Die schwedische Kronprinzessin Victoria bekam eine besondere Aufgabe.
Das Friedensgebet der Franziskaner beinhaltet bewegende Worte: „O Herr – mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“, beginnt es. „Wo Hass ist, lass mich Liebe bringen. Wo Bosheit ist, lass mich Vergebung bringen.“ Und es endet mit: „Wo Dunkelheit herrscht, lass mich Licht bringen.“ Insofern ist es nur passend, dass das Gebet auch bei der Beisetzung des norwegischen Königs Harald V. am Mittwoch rezitiert wurde.
Besonders ist, wer das Gebet vortrug: die schwedische Kronprinzessin Victoria. Sie war der einzige Beerdigungsgast, der eine solche Aufgabe übernahm. Wie die schwedische Königsfamilie nun der Boulevardzeitung „Svensk Damtidning“ mitteilte, wurde sie darum extra vom neuen König Haakon VIII. gebeten. „Es lag auf der Hand, dass die Kronprinzessin sofort ,Ja‘ sagen würde“, teilte der Hof mit. Die Bitte hat eine Vorgeschichte.
Victoria verabschiedet sich von „Onkel Harald“
Denn es ist nicht das erste Mal, dass Victoria das Friedensgebet auf einer Feier des norwegischen Hofes spricht. Die beiden Monarchenfamilien sind eng verbunden: König Harald war Victorias Patenonkel, mit Haakon wird ihr ein enges Verhältnis nachgesagt. Bereits bei dessen Hochzeitsfeier mit Mette-Marit trug Victoria das Gebet vor. Am Mittwoch verabschiedete sie sich emotional von ihrem „Onkel Harald“.
Dabei war gar nicht klar, ob es Victoria pünktlich zur Beisetzung schaffen würde. Eigentlich war sie zu dem Zeitpunkt für ein UN-Entwicklungsprogramm in Indonesien. Der Vulkanausbruch des Anak Krakatau sorgte dann dafür, dass sie Termine absagen und ihre Rückreise umplanen musste. Am Ende trat die schwedische Königsfamilie geschlossen zur Beerdigung an.
