Orkanböen und Hagel: DWD: Unwetter am Bodensee war außergewöhnlich heftig
Orkanböen von bis zu 143 Kilometer pro Stunde und Hagel mit fünf Zentimeter Durchmesser: Die Heftigkeit des Unwetters am Freitag überraschte selbst Wetterexperten.
Das schwere Unwetter rund um den Bodensee am Freitag ist nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) außergewöhnlich gewesen. Vor allem die Stärke der Sturmböen sei bemerkenswert, sagte ein DWD-Meteorologe. Eine Messstation in Schaffhausen registrierte demnach Windgeschwindigkeiten von bis zu 143 Kilometern pro Stunde, das entspricht Orkanstärke 12.
Die Gewitterfront zog nach Angaben des DWD aus der Schweiz über den Hochrhein in Richtung Bodensee. Gegen 10.20 Uhr wurden an einer Station in Steckborn (Schweiz) rund 130 Kilometer pro Stunde gemessen. Auch auf der deutschen Seite wurden hohe Windgeschwindigkeiten registriert: In Friedrichshafen waren es demnach 114 Kilometer pro Stunde. In Weilheim im Südschwarzwald 112 km/h.
Begleitet wurde das Unwetter von kräftigem Hagel. Die Hagelkörner erreichten laut DWD bis zu fünf Zentimeter Durchmesser. Sie können bei starken Gewittern zusätzlich gefährlich werden, weil sie aus großer Höhe mit hoher Geschwindigkeit zu Boden fallen.
Unwetter zog weiter nach Osten
Auf dem weiteren Weg Richtung Osten schwächte sich die Gewitterfront ab. In Lindau wurden nach DWD-Angaben noch Windgeschwindigkeiten von etwa 105 Kilometern pro Stunde gemessen. Anschließend zog das Unwetter weiter in Richtung Iller.
Nach Angaben des DWD bestand die Wetterlage aus zahlreichen Gewitterzellen. Einige davon entwickelten sich auch südlich von Reutlingen und brachten dort größeren Hagel.
Die einzelnen Gewitterzellen konnten sich gegenseitig verstärken und über längere Zeit bestehen bleiben. Im Raum Stuttgart fiel das Unwetter nach Angaben des DWD dagegen weniger heftig aus.
