College-Serie bei Prime Video: Hockey, Sex, Bangs und Bromance: Der Hype um „Off Campus“
Young-Adult-Stoff boomt: Dank „Heated Rivalry“ werden Eishockey-Hotties und ihre Liebesgeschichten gefeiert. Auch „Off Campus“ erlebt derzeit einen enormen Serienhype. Was man dazu wissen sollte.
Kaum eine Serie sorgt derzeit für so viel Gesprächsstoff auf Instagram und TikTok wie „Off Campus“ – in der es vor männlichen Waschbrettbäuchen nur so wimmelt. Seit 13. Mai ist die Serie mit Ella Bright (19) und Belmont Cameli (28) in den Hauptrollen auf Prime Video verfügbar.
Die recht freizügige Serie legte einen der besten Starts in der Geschichte von Amazons Streamingdienst hin. Allein in den ersten zwölf Tagen erreichte die Serie 36 Millionen Menschen, berichtet das Branchenmedium „Hollywood Reporter“.
Insbesondere junge Frauen schalten ein: Laut Prime erzielte „Off Campus“ bei Frauen zwischen 18 und 34 das beste Ergebnis aller Serien, die die Plattform (auf der auch der deutsche Privatschulen-Hit „Maxton Hall“ läuft) anbietet.
Manche Fans gucken die acht Episoden wieder und wieder. Was man zum Hype um „Off Campus“ wissen sollte:
Was ist „Off Campus“ und worum geht es?
„Off Campus“ – auf Deutsch übersetzt etwa „Außerhalb des Unigeländes“ – ist eine College-Serie, die auf der gleichnamigen Young-Adult-Buchreihe basiert. Die Reihe der kanadischen Bestsellerautorin Elle Kennedy (44) ist ein Mega-Hit auf „BookTok“ und begleitet ein Eishockeyteam sowie die Frauen an ihrer Seite, wenn man es etwas altmodisch ausdrücken will. Diese Buchreihe ist übrigens ein paar Jahre älter als die Werke von Rachel Reid, auf denen die ebenfalls gehypte Eishockey-Romanze „Heated Rivalry“ basiert.
Was steht im Mittelpunkt der ersten Staffel?
Die erste Staffel handelt von der Liebesgeschichte zwischen einer Musikstudentin, der ruhigen Songwriterin Hannah Wells (Ella Bright) – die Hockey eigentlich verabscheut – und dem Frauenheld und Eishockey-Star Garrett Graham (Belmont Cameli) an der fiktiven Briar University. Das Motto lautet also in gewisser Weise: Gegensätze ziehen sich an.
Wie wird das eingefädelt?
Nach einer peinlichen Begegnung – Hannah jobbt als Reinigungskraft und trifft in der Umkleidekabine auf den nackten Graham – machen die Zwei einen Deal. Die Abmachung: Nachhilfe in Philosophie gegen Fake-Boyfriend. Sie tun so, als wären sie ein Paar, um den Typen eifersüchtig zu machen, für den sich Hannah eigentlich interessiert. Wie sich das wohl entwickelt...
Wie viel Zeit kostet mich das?
Die erste Staffel besteht aus acht Folgen von jeweils circa 50 Minuten. Wer die ganze Staffel in einem Rutsch schauen möchte, ist zusammengerechnet also nach gut 6 Stunden und 50 Minuten durch.
Worüber wird besonders viel geredet bei Staffel eins?
In Folge vier gibt es eine als besonders „steamy“ und cringe gefeierte Szenerie. Hannah und Garrett haben Sex, indem sie sich voreinander selbst befriedigen und zum Orgasmus bringen.
Wie sexy ist die Serie insgesamt?
In der Serie sprechen Männer auch mal darüber, wie Frauen am besten zum Kommen zu bringen sind. Das hätte es früher wohl nicht gegeben. Nacktszenen gibt es einige, wobei in erster Linie Brüste und Hinterteile zu sehen sind, in der achten Folge geht es aber im Umkleideraum sogar mal um Penisse (wird auch so gesagt). Folge 6 und 8 sind erst ab 18 Jahren empfohlen, die meisten Episoden aber ab 12.
Ist die Serie kreativ gemacht?
Die Serie arbeitet viel mit Schnitten und ist eindeutig für ein Social-Media-Publikum gemacht. Der Bildschirm wird auch mal geteilt oder geviertelt – das ist kurzweilig.
Hat die Serie Trends im echten Leben hervorgebracht?
Neben der Liebesgeschichte zieht der Look von Allie (Mika Abdalla), Hannahs bester Freundin, einige Aufmerksamkeit auf sich. Ihre Frisur mit fluffigen „Curtain Bangs“ – also ein Pony wie ein Vorhang – ist bei Fans Kult. „Allie Haircut“ und „Allie Bangs“ sind 2026 schon zu angesagten Begriffen geworden. Außerdem sorgt der Soundtrack der Serie für viel Gesprächsstoff.
Zahlreiche Bands und Interpreten haben dank ihres Vorkommens in der Serie Zulauf. Bestes Beispiel ist eine Indie-Band: „Kennst du The Beaches? Ihr Coachella-Set wird dein Leben verändern“, sagt Hannah zu Garrett in Folge zwei.
Wird es eine zweite Staffel geben?
Die erste Staffel basiert auf dem ersten Roman der „Off Campus“-Buchreihe von Elle Kennedy („The Deal – Reine Verhandlungssache“ von 2015). Die Reihe umfasst fünf Bände. Eine zweite Staffel gab Amazon schon in Auftrag, bevor die erste überhaupt veröffentlicht wurde. Sie soll diesen Sommer gedreht werden.
Wovon wird Staffel zwei handeln?
Ähnlich wie beim Romance-Hit „Bridgerton“ von Netflix steht in jeder „Off Campus“-Staffel die Geschichte eines anderen Paares im Mittelpunkt. Der Buchvorlage zufolge müssten in Staffel zwei nun Logan und Grace ran, die Hauptcharaktere aus Band 2 „The Mistake - Niemand ist perfekt“. Doch stattdessen überspringt die Serie ein Buch: Laut Showrunnerin Louisa Levy werden Allie und Dean, die Protagonisten aus Band 3 „The Score - Mitten ins Herz“, das zentrale Pärchen der zweiten Staffel.
Was ist anders als an früheren College-Serien?
Überraschend schonungslos werden in einer sonst recht harmlos wirkenden Boy-Meets-Girl-Traumwelt gesellschaftliche Probleme angesprochen. Dazu gehören etwa familiäre Traumata, häusliche Gewalt, K.-o.-Tropfen und Vergewaltigung oder toxische Männlichkeit.
Wie werden weibliche Figuren gezeigt?
Die Frauen in „Off Campus“ sind komplexere Charaktere und nicht bloß einfach gestrickte, missgünstige Nervensägen, die sich einen möglichst coolen Kerl angeln wollen – wie es früher bei amerikanischen College-Stoffen oft der Fall gewesen ist.
Was macht die männlichen Figuren aus?
Stumpfes Männergehabe wird hier gebrochen und hinterfragt. Garrett bekommt zum Beispiel von Hannah Ärger, nachdem er einen fiesen Gegner auf dem Eis verprügelt hat – angeblich, um sie zu beschützen. Sie macht ihm klar, dass sie nicht darum gebeten habe und das so nicht wolle.
Ist die Serie divers oder queer?
Bei „Off Campus“ spielt Queerness nur eine untergeordnete Rolle. Auch abseits der Sexualität ist die Serie weniger divers: Fast alle Darstellenden sind weiß. Vermittelt wird aber eine „Love is Love“-Mentalität, wie sie in weiten Teilen der Gen Z üblich zu sein scheint. Und im Promo-Material zur Serie kuschelt der männliche „Off Campus“-Cast recht oft miteinander. Richtig „Bromance“ also – als hätten sich die Schauspieler das bei den „Heated Rivalry“-Darstellern Hudson Williams und Connor Storrie abgeschaut.
