Wetter im Süden: Gewitter – zwei Tote in BaWü, Strommasten umgeknickt
Umgeknickte Strommasten, entwurzelte Bäume, demolierte Autos: Der Süden Deutschlands erlebt Unwetter – und die Gefahr ist noch nicht gebannt. Auf einer Straße ereignete sich ein tödlicher Unfall. Nach der Sommerhitze hat ein Wetterumschwung in Teilen Bayerns zahlreiche witterungsbedingte Einsätze ausgelöst. Heftige Gewitter mit Starkregen und stürmischen Böen entwurzelten Bäume, Strommasten knickten um und Autos wurden beschädigt, wie die Polizeipräsidien mitteilten. Drei Strommasten wurden durch das Unwetter an der Autobahn 3 bei Velburg (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) abgeknickt, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Hochspannungsleitungen hingen dadurch tiefer als normal, hieß es. Laut einem Sprecher der Autobahnpolizei wird der Schaden bereits behoben. Autofahrer auf der A3 müssten nicht mit nennenswerten Verkehrsbehinderungen rechnen. Zwei Tote in Baden-Württemberg In Baden-Württemberg kam es infolge eines Unwetters zu einem tödlichen Unfall. Auf regennasser Straße sind zwischen Bruchsal und Heidelsheim zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben kam ein Auto wegen Aquaplanings in den Gegenverkehr und stieß dort mit einem Fahrzeug zusammen. Feuerwehr und Rettungsdienst sowie ein Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Der 65 Jahre alte Unfallfahrer war laut Polizei auf der Bundesstraße 35 in Richtung des Stadtteils Heidelsheim unterwegs, als er die Kontrolle über sein Auto verlor. Am Steuer des anderen Wagens befand sich ein 55-jähriger Mann, eine ein Jahr jüngere Frau saß auf dem Beifahrersitz. Beide kamen bei dem Zusammenstoß ums Leben. Der 65-Jährige wurde schwer verletzt mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Die Bundesstraße wurde für mehrere Stunden gesperrt. "Lebensgefahr" in mehreren Regionen: Wetterdienst ruft Warnstufe Rot aus Unwetter mit Superzellen: "Schwergewitter-Serie kommt mit Wucht" Große Schäden in Franken In Mittelfranken entwurzelten Unwetter Bäume, beschädigten Fahrzeuge und behinderten den Verkehr. Polizei und Feuerwehr rückten zu 63 Unwettereinsätzen aus, wie ein Sprecher mitteilte. Ein Baum stürzte in Weihenzell (Landkreis Ansbach) auf das Dach einer Gaststätte. Verletzt wurde dabei niemand, der Schaden wurde auf 15.000 Euro geschätzt. Auch Oberfranken war Polizeiangaben zufolge von den Gewittern betroffen: Bereits am Samstag fielen im Landkreis Bamberg bei Rattelsdorf mehrere Bäume auf die Bundesstraße 4. Die Strecke wurde vorübergehend komplett gesperrt, während Einsatzkräfte die Fahrbahn räumten. Auch in Bayreuth hinterließen die Unwetter deutliche Spuren. Ein etwa 15 Meter hoher Baum wurde am Samstagnachmittag im Osten der Stadt aus der Erde gerissen und fiel auf fünf geparkte Fahrzeuge. Der Schaden wurde auf rund 25.000 Euro geschätzt. In einem weiteren Fall beschädigte ein umgefallener Baum zwei Fahrzeuge. Polizei und Feuerwehr rückten zudem wegen einer beschädigten Gartenhütte und eines vom Balkon gewehten Blumentopfs aus. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand verletzt. Gewitter: Gerüstbalken fällt in die Tiefe und trifft Ehepaar Im Einsatzgebiet des Polizeipräsidiums Niederbayern gab es einem Polizeisprecher zufolge mehr als 100 witterungsbedingte Einsätze von Samstagnachmittag bis -abend – schwerpunktmäßig zwischen Straubing und Passau. Demnach stürzten Äste ab, Verkehrsschilder fielen um und Straßen waren zeitweise überflutet. Laut dem Sprecher wurde ein Ehepaar in Bogen im Landkreis Straubing-Bogen leicht infolge des Unwetters verletzt. Ein Balken fiel von einem Gerüst an einer Kirche herunter und traf die beiden an Kopf und Schulter. Sie erlitten Platzwunden. Vereinzelt gab es laut einer Bahnsprecherin unwetterbedingte Beeinträchtigungen im Zugverkehr in der Region. Am Samstagabend fielen demnach etwa für kurze Zeit Züge zwischen Fürstenzell (Landkreis Passau) und Passau aus, die Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr ein. Im unterfränkischen Geiselwind (Landkreis Kitzingen) schlug am Samstagmorgen ein Blitz in ein Wohnhaus ein. Verletzt wurde niemand. Laut den Ermittlern entstand ein Schaden von mehreren Tausend Euro. DWD: Unwetterwarnungen in Teilen Bayerns Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor schweren Gewittern der Stufe 3 von 4. Nach Angaben des DWD ist am Sonntagnachmittag verbreitet mit umstürzenden Bäumen, Hochspannungsleitungen und Gerüsten zu rechnen. Zusätzlich können Äste, Dachziegel und weitere, teils größere Gegenstände herabfallen. Es kann zu Schäden an Gebäuden kommen. Zudem sind rasche Überflutungen von Straßen und Unterführungen sowie vollgelaufene Keller möglich. Verbreitet ist mit Aquaplaning zu rechnen, ebenso können Erdrutsche auftreten. Auch Hagelschlag schließt der DWD nicht aus. Zum Wochenbeginn zeichnet sich jedoch eine leichte Entspannung ab. Zwar startet der Montag vielerorts noch mit Wolken und Regen, im Tagesverlauf soll sich das Wetter aber zunehmend beruhigen. In Schwaben und im Westen werden wieder längere sonnige Abschnitte erwartet – bei etwas niedrigeren Temperaturen als zuletzt.
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