Was Fahrgäste wissen müssen: Verdi weitet Warnstreik im ÖPNV aus – fünf Städte betroffen
Fahrgäste in Niedersachsen müssen sich in den kommenden Tagen auf Ausfälle im Nahverkehr einstellen. Verdi weitet den Warnstreik auf weitere Städte aus.
Fahrgäste in Niedersachsen müssen sich in den kommenden Tagen auf weitere Ausfälle im Nahverkehr einstellen. Nachdem Verdi bereits Warnstreiks in Göttingen und Hannover angekündigt hatte, rief die Gewerkschaft nun auch Beschäftigte in Braunschweig, Wolfsburg, Hildesheim, Delmenhorst und Lüchow zum Ausstand auf.
Die neuen Warnstreiks sollen am Donnerstag und Freitag (21. und 22. Mai) stattfinden. Betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben die jeweiligen kommunalen Verkehrsbetriebe sowie die Lüchow-Schmarsauer-Eisenbahn.
Bereits angekündigt sind Warnstreiks am Dienstag und Mittwoch in Göttingen. Für Mittwoch und Donnerstag hat Verdi zudem Beschäftigte der Üstra und von Regiobus in und um Hannover zum Warnstreik aufgerufen. Die S-Bahn Hannover ist nicht betroffen. Am vergangenen Freitag und Samstag hatten Beschäftigte im Nahverkehr in Osnabrück ihre Arbeit niedergelegt.
Verhärtete Fronten
Hintergrund sind die seit Mitte Februar laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten kommunaler Verkehrsunternehmen in Niedersachsen. Verdi fordert unter anderem Entlastungen bei Arbeitszeiten und Schichtdiensten sowie mehr Urlaubstage und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. "Auch nach dem vierten Verhandlungstermin nehmen wir keine ausreichende Kompromissbereitschaft aufseiten der Arbeitgeber wahr", kritisierte die stellvertretende Verdi-Fachsbereichsleiterin Stefanie Weiß.
Der kommunale Arbeitgeberverband Niedersachsen (KAV) kritisierte die angekündigten Arbeitsniederlegungen scharf. Hauptgeschäftsführer Michael Bosse-Arbogast sagte, bei zwei Tagen von einem Warnstreik zu sprechen, passe nicht mehr. Die Arbeitgeber seien Verdi entgegengekommen, lehnten die geforderte Reduzierung der Wochenarbeitszeit aber weiterhin ab. "Das werden wir auch künftig nicht akzeptieren", sagte Bosse-Arbogast. Die neuen Warnstreiks würden daran nichts ändern. "Weniger arbeiten und mehr verdienen, so funktioniert unsere soziale Marktwirtschaft nicht."
Sollte die Gewerkschaft bei der nächsten Verhandlungsrunde am 1. Juni an ihrer Forderung festhalten, müsse man "andere Wege suchen", sagte Bosse-Arbogast.
