"Maibaum Hunters", ab Fr 17.4. in der ARD-Mediathek: Bayerisches Burschen-Brauchtum, frisch aufgebürstet
In fünf Folgen, die im Reality-TV-Stil gedreht wurden und erst in der ARD-Mediathek sowie ab 30. April im BR-Fernsehen zu sehen sind, geht es um die meist von Burschenvereinen gepflegte Tradition des Maibaum-Klauens. Die "Maibaum Hunters" werden eingefangen von Bodycams und kommentiert von Social-Media-Stars.
Frühlingsgefühle liegen in der Luft. Und damit werden auch wieder Erinnerungen an alte Fruchtbarkeitskulte wach. Man muss aber kein Tiefenpsychologe sein, um den weiß-blauen Kult um das Feiern und Aufrichten von Maibäumen für ein wenig Phallo-zentriert zu halten. Aber das macht ja nichts, hier geht es in erster Linie um den Spaß – vor allem, wenn das alljährliche Wiedererwachen alter Regungen oft mit latent geheimbündlerischen Männerzusammenrottungen, verbunden mit Nacht- und Nebelaktionen, einhergeht. Und dann fließt bei dem ganzen Spaß auch noch oft reichlich Gerstensaft. Willkommen in der Welt des bayerischen Mai-Brauchtums! Oder wie es beim Bayerischen Rundfunk in der neuen, zeitgemäß aufgefrischten Online-First-Realityserie augenzwinkernd heißt: Willkommen bei den "Maibaum Hunters".
Damit bringt der BR ein ungewöhnliches Reality-Format an den Start, das ein traditionsreiches bayerisches Brauchtum in eine moderne Streaming-Show verwandelt. Die fünf Folgen sind ab Freitag, 17. April, in der ARD Mediathek abrufbar. Wenige Wochen später zeigt das BR-Fernsehen die Staffel auch linear: Am Donnerstag, 30. April, laufen alle Episoden ab 22.45 Uhr.
Nacht-Drehs, um authentisch zu wirken
Im Mittelpunkt der Sendung steht der sogenannte Maibaumklau – ein Wettbewerb, der in vielen bayerischen Gemeinden zur Tradition gehört. Dabei versuchen rivalisierende Gruppen, meist Burschenvereine, den Maibaum eines anderen Dorfes zu stehlen. Was für Außenstehende nach Folklore klingt, ist für die Beteiligten ein taktisch geprägtes Kräftemessen mit klaren Regeln, Teamgeist und abenteuerlichen nächtlichen Aktionen. Und eben dem bereits erwähnten Bier.
Das Format macht aus dem Brauch einen Reality-Wettkampf: Drei Teams treten innerhalb von fünf Drehtagen und -nächten gegeneinander an. Ihr Ziel ist es, den Maibaum der Konkurrenz zu erobern – doch das ist schwieriger als es klingt. Zusätzliche Challenges bestimmen darüber, wann ein gegnerischer Baum zeitweise unbewacht bleiben muss. Zu den Aufgaben zählen etwa Getränkekisten-Stapeln oder Bierfass-Weitwurf. Mit dabei sind Teams aus den oberbayerischen Gemeinden Unterföhring, Feldmoching sowie ein gemeinsames Team aus Hochbrück und Oberschleißheim. Gedreht wurde überwiegend nachts, um die Atmosphäre der Aktionen möglichst authentisch einzufangen.
Ein besonderer Twist des Formats liegt in der Einbindung von Social-Media-Persönlichkeiten. Jedes Team wird von sogenannten Content Creators begleitet. Mit dabei sind Saint Skye, Zeo sowie Tschuggi von Bayern 3. Sie unterstützen die Teams bei Strategie und Umsetzung, sind bei den Aktionen selbst aktiv und teilen ihre Eindrücke parallel über Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube mit ihren Communities.
"Regionale Kultur: selbstbewusst und modern inszeniert"
Gedreht wurde mit einem ungewöhnlich direkten Ansatz: Neben klassischen Kameraaufnahmen filmten sich die Teilnehmer auch selbst – etwa mit GoPros, Bodycams, Drohnen und Smartphones. So entstehen Perspektiven aus nächster Nähe, die die Zuschauerinnen und Zuschauer mitten ins Geschehen versetzen sollen.
Beim Sender versteht man das Format als Beispiel dafür, wie sich regionale Themen und modernes Entertainment verbinden lassen. "Maibaum Hunters' steht exemplarisch für einen neuen Blick auf regionale Kultur: selbstbewusst und modern inszeniert. Das lebendige Vereinsleben und der Reiz des bayerischen Brauchtums, zusammen mit einem packenden Spielekonzept und Hands-on-Creators, das sind die 'Maibaum Hunters': ein innovatives und progressives Format im BR-Angebot. Es zeigt, wie stark lokale Identität sein kann – und wie sehr sie in Zeiten von Streaming und Social Media Menschen verbindet", sagt Iris Mayerhofer, Leiterin des Programmbereichs Unterhaltung und Heimat beim BR.
