Eine KI-generierte Parodie von US-Präsident Donald Trump löst Wirbel aus. Dahinter steckt ein deutscher Satiriker, der jetzt erste Fanartikel zu dem viralen Hit anbietet. Die bekannte Melodie von "Voyage, Voyage" der französischen Künstlerin Desireless aus dem Jahr 1986 ertönt. Zu sehen ist Donald Trump in einem knallbunten Sakko und üppiger Föhnfrisur, wie er in die Tasten eines Keyboards haut. Statt des ursprünglichen Textes singt der US-Präsident über die Straße von Hormus und dass diese "geschlossen werden muss". Dann die parodistische Abwandlung: Im Refrain heißt es nun "Blockade, Blockade" und nicht mehr "Voyage, Voyage" wie im Original. Das offensichtlich KI-generierte Video wurde von einem deutschen Satiriker erstellt. Der Berliner Willy Kramer, besser bekannt als "Snickers für Linkshänder" oder einfach nur "Snicklink", hatte es am Montag auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht. Dort kommt es nach aktuellem Stand (15. April, 14 Uhr) auf 36.220 Aufrufe. In Zeiten rasender Social-Media-Verbreitung, viraler Hits und Hypes geradezu ein Rohrkrepierer. Iranische Propagandamaschine rollt Doch dann passiert etwas, das typisch ist für plötzliche Reichweitenerfolge: Andere große Accounts verbreiten das Video über ihre Kanäle. In diesem Fall ist es die iranische Botschaft in Südafrika , die die Videoparodie am Montagabend über seinen X-Kanal mit seinen fast 170.000 Followern postet. Von dort aus zieht es Kreise, besonders in den Propagandakanälen des iranischen Regimes. Dort wird versucht, sich mit dem Clip über Donald Trump lustig zu machen. Der Tenor ist voller Spott und Häme: Schaut her, ein US-Präsident als Clown der Weltpolitik, der an der Straße von Hormus seine Würde verliert. Wie das Trump gefällt, der selbst schon auf solche KI-Inhalte zurückgegriffen hat und damit Wirbel auslöste, ist unklar. Überliefert ist hingegen, dass dieses Video der Schöpferin des Originalsongs überhaupt nicht in den Kram passt. Wie das französische Medium "BFM TV" berichtet, lehne sie die Verunstaltung ihres Liedguts ab: "Ich weigere mich, dass mein Lied ohne meine Zustimmung verwendet wird, schon gar nicht von Politikern", lässt Claudie Fritsch-Mentrop, wie Desireless mit bürgerlichem Namen heißt, zu der Zweckentfremdung mitteilen. Ob Willy Kramer ihre Aussagen zur Kenntnis genommen hat? Auf eine aktuelle Anfrage von t-online lässt er mitteilen, sich nicht weiter zu der Aufregung um seine Kreation äußern zu wollen. Womöglich erhält der Content Creator, der auch schon für TV-Sendungen wie "Extra 3" arbeitete, derzeit viele Zuschriften. Allein das Posting der Iran-Botschaft in Südafrika wurde mittlerweile 8,5 Millionen Mal bei X aufgerufen und auch internationale Medien wie "India Today" oder "Euronews" berichteten über die Parodie. Für seinen Überraschungserfolg hat sich Kramer bereits ein Geschäftsmodell einfallen lassen: hauseigene Merchandise-Produkte. Auf seiner Webseite bietet er nun T-Shirts, Tassen, Taschen oder Pullover an. Die Preisspanne reicht dabei von 18,95 bis 32,95 Euro.