Viele Autofahrer achten auf Spritpreise und Versicherungsbeiträge. Doch ein anderer Kostenpunkt fällt oft kaum auf, obwohl er täglich Geld kostet. Versicherung, Steuer, Kraftstoffkosten, Werkstatt – diese Kosten haben die meisten Autofahrer im Blick und schauen besorgt auf steigende Preise. Doch einen anderen Punkt vergessen viele: Selbst wenn ein Auto steht, verbrennt es Geld. Eine Auswertung des Onlineportals Carwow zeigt, dass ein ungenutztes Auto im Schnitt 4.401 Euro pro Jahr kostet, noch bevor überhaupt ein Liter Kraftstoff verbraucht wird. Den größten Anteil daran hat der Wertverlust. Bei einem durchschnittlichen Neuwagenpreis von 37.504 Euro summiert sich dieser laut Analyse auf rund 3.425 Euro jährlich. Das entspricht einem Rückgang von gut neun Prozent pro Jahr und rund 9,38 Euro pro Tag. 63 Prozent teurer: Die Kosten-Explosion beim Autofahren Auswertung: In diesem Fall lohnt sich das E-Auto wirklich Neben diesem "stillen" Kostenfaktor fallen weitere Fixkosten an, die ebenfalls nicht von der Nutzung abhängen. Für die Vollkaskoversicherung werden im Durchschnitt 369 Euro pro Jahr fällig. Hinzu kommen rund 250 Euro für Wartung und Service sowie etwa 102 Euro Kfz-Steuer. Diese Posten summieren sich auch dann, wenn das Fahrzeug überwiegend in der Garage steht. Wertverlust hängt auch von der Marke ab Je nach Marke unterscheidet sich der Wertverlust erheblich. Fahrzeuge von Fiat verlieren im Schnitt 10,9 Prozent ihres Wertes pro Jahr, Nissan kommt auf 10,7 Prozent, Mitsubishi auf 10,4 Prozent. Auch Volumenhersteller wie Volkswagen und Ford liegen mit jeweils rund 10,3 Prozent im oberen Bereich, Hyundai mit 10,2 Prozent nur knapp darunter. Am anderen Ende der Skala stehen vor allem Premiumhersteller. Modelle von Audi und BMW verlieren im Schnitt jeweils 6,5 Prozent ihres Wertes pro Jahr, Mercedes-Benz liegt bei 7,4 Prozent, Toyota bei 7,5 Prozent. Diese Unterschiede können sich über mehrere Jahre hinweg deutlich bemerkbar machen. Besonders relevant ist das für den deutschen Markt: Fast jedes fünfte Auto hierzulande stammt von Volkswagen. Mit einem durchschnittlichen Wertverlust von 10,3 Prozent pro Jahr betrifft dieser Kostenfaktor einen großen Teil der Autofahrer. Viele Autobesitzer schätzen Kosten falsch ein Eine ergänzende Umfrage unter mehr als 1.100 Autofahrern zeigt: Auffällig ist die Fehleinschätzung der Kosten. 29 Prozent der Befragten können nicht sagen, wie teuer ein ungenutztes Auto pro Jahr ist. Viele andere gehen lediglich von 500 bis 1.000 Euro aus. Damit unterschätzen sie die tatsächlichen Kosten deutlich – im Durchschnitt um mehrere Tausend Euro jährlich. Warum viele ihr Fahrzeug dennoch behalten, hat unterschiedliche Gründe. Rund 23 Prozent sehen es als Reserve für Notfälle. 17 Prozent befürchten, beim Verkauf keinen angemessenen Preis zu erzielen. Auch der organisatorische Aufwand spielt für einen Teil der Befragten eine Rolle. Was bedeutet das für Autofahrer? Lohnt sich das eigene Auto noch? Das können Sie herausfinden, indem Sie die jährlichen Gesamtkosten mit der tatsächlichen Nutzung vergleichen. Fällt das Ergebnis deutlich auseinander, kann es sinnvoll sein, Alternativen zu prüfen, etwa Leasing, Abo, Carsharing, Mietwagen oder eine kurzfristige Nutzung nach Bedarf. Wer sein Auto nur gelegentlich benötigt, kann mit flexiblen Mobilitätsangeboten oft günstiger fahren. Wer dagegen regelmäßig darauf angewiesen ist, wird die laufenden Kosten eher in Kauf nehmen. Falls für Sie ein Verkauf infrage kommt, sollten Sie sich auch über den richtigen Zeitpunkt für einen Verkauf Gedanken machen. Da der Wertverlust kontinuierlich fortschreitet, kann längeres Abwarten den erzielbaren Preis spürbar verringern. Besonders bei Modellen mit überdurchschnittlichem Wertverlust kann sich ein früher Verkauf finanziell günstig auswirken. Umgekehrt gibt es auch Fahrzeuge, die derzeit eine vergleichsweise hohe Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt haben. In solchen Fällen kann es sich lohnen, Marktpreise zu beobachten und den Verkaufszeitpunkt gezielt zu wählen.