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Schauspieler Jochen Schropp: "Diese Befreiung ist wunderschön"

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Die Rollenvergabe in der deutschen Schauspielbranche ist häufig noch immer konservativ geprägt. Jochen Schropp spricht mit t-online über alte Denkmuster. Zwischen Fortschritt und festgefahrenen Rollenbildern steht die Film- und Fernsehbranche weiter vor einem Spannungsfeld, in dem Vielfalt zwar gefordert, aber nicht immer gelebt wird. Nach wie vor entscheiden oft tradierte Vorstellungen darüber, wer welche Rollen spielen darf – und wem bestimmte Figuren überhaupt zugetraut werden. Jochen Schropp spricht im t-online-Interview darüber, warum homosexuelle Schauspieler seltener für heterosexuelle Rollen besetzt werden, welche Vorurteile hinter diesen Entscheidungen stecken – und wie sich die Branche aus seiner Sicht verändern muss. t-online: Herr Schropp, Sie sprechen offen über herausfordernde Momente in Ihrem Leben. Wann haben Sie gemerkt, dass Verletzlichkeit eine Stärke ist? Jochen Schropp: Definitiv bei meinem öffentlichen Coming-out im Jahr 2018. Eigentlich hatte ich mich schon Jahre zuvor im Alter von 17 Jahren geoutet. Viele Menschen aus meinem Arbeitsumfeld wussten schon immer, dass ich homosexuell bin. Vor dem öffentlichen Coming-out hatte ich dann aber trotzdem große Angst. Was machte Ihnen Angst? Mir wurde von meiner damaligen Schauspielagentur suggeriert, dass ein Coming-out ein Nachteil für mich sei und Rollenangebote ausbleiben würden. Mich hat niemand bestärkt und gesagt: "Das freut mich so für dich" oder "Beruflich wird es schwierig für dich sein, aber welche Freude kannst du persönlich daraus ziehen?" Als ich mich später zu dem Coming-out entschloss, hatte ich aber bereits ein anderes berufliches Umfeld, das mich sehr in meiner Entscheidung unterstützt hat. Dann folgte 2018 Ihr Coming-out im "Stern". Es muss ja nicht gleich der offene Brief im "Stern" sein, so wie ich das gemacht habe. Aber ich glaube, wenn man einmal seinen Mund aufgemacht hat, dann wird man immer wieder für die Themen einstehen, die einem wichtig sind. Es gibt geteilte Meinungen zu Coming-outs. Einige halten sie für nötig, andere plädieren dafür, die eigene Sexualität selbstverständlich und ohne vorangehendes Statement öffentlich zu leben. Wie sehen Sie das? Angenommen, ich hätte mich damals nicht geoutet und wäre ganz selbstverständlich mit meinem Partner auf den roten Teppich getreten. Dann wäre trotzdem die Schlagzeile gekommen: "Jochen Schropp outet sich mit seinem neuen Partner". Da würde nie nur stehen: "Jochen Schropp zeigt sich mit seinem Partner". Also machen nicht wir unsere Sexualität zum Thema, sondern die immer noch heteronormative Gesellschaft. Wann erleben Sie das? Meine Sexualität rückt zum Beispiel in Interviews und Talkrunden in den Fokus. Ich war kürzlich zu Gast in einer Talkshow zum Film "Baumgeflüster", in dem ich eine schwule Rolle spiele. Eine Kollegin, die meine sexuelle Orientierung nicht kannte, sagte dann zu mir: "Aber da habe ich jetzt mal eine Frage, du bist doch norm…". Sie wollte "normal" sagen und hat sich dann unterbrochen und "hetero" gesagt. Heterosexuell wird immer noch als Normalität gesehen und solange das so ist, ist es wichtig, dass wir sichtbar sind und sagen, dass wir schwul sind. Was hat sich durch Ihr Coming-out für Sie zum Positiven verändert? Ich habe heute keine Scheu mehr, für mich einzustehen, wenn jemand meine Grenzen überschreitet oder etwas von mir erwartet, das nicht zu meinen Moralvorstellungen passt. Diese Befreiung, sich in der Öffentlichkeit nicht mehr verstecken zu müssen, ist einfach wunderschön. Hat sich die Prophezeiung über ausbleibende Rollenangebote bewahrheitet? Ich glaube, dass die persönliche Weiterentwicklung, sich in seiner Haut wohlzufühlen und ein wahrhaftiges Leben zu leben, einen sehr viel höheren Stellenwert hat, als eine Rolle jemals haben kann. Ich bemerke aber schon, dass ich heute vermehrt Angebote für homosexuelle Rollen bekomme, aber es gibt insgesamt weniger homosexuelle Rollen als heterosexuelle. Insofern hat meine Schauspielagentur da recht behalten. Es gibt Casterinnen und Caster, die infrage stellen, ob sie mich noch für heterosexuelle Rollen vorschlagen können. Und was ist Ihre Antwort darauf? Ich drehe seit fünf Jahren "Tiere bis unters Dach", eine Kinderserie im Schwarzwald , die es seit sehr vielen Jahren in der ARD gibt. Ich spiele einen heterosexuellen Familienvater mit zwei Söhnen und bin total dankbar für die Rolle. Warum werden homosexuelle Schauspieler seltener für heterosexuelle Rollen engagiert? In der Film- und Fernsehbranche geht es oft um Einschaltquoten und natürlich auch um Gewinn. Wenn man eine heterosexuelle Rolle besetzen muss und zwei Schauspieler zur Auswahl stehen – beide gleich gut, der eine ist schwul, der andere ist hetero – dann wird häufig der heterosexuelle Schauspieler engagiert. Grund dafür ist, dass man den Traum, der vermittelt werden soll, mit ihm vermeintlich glaubhafter erzählen kann. Es gibt immer noch Entscheider, die da sehr konservativ denken. Gibt es deshalb in der Branche noch immer Hemmungen vor einem Coming-out? Besonders in meinem Alter gibt es immer noch Schauspielerinnen und Schauspieler, die nicht zu ihrer Homosexualität stehen und sicherlich für sich auch einen Grund dafür haben. Durch Aktionen wie Act-Out, ein Zusammenschluss von damals 185 Schauspielenden, die sich zusammen als Kollektiv geoutet haben, ist aber Bewegung hineingekommen. Ich glaube außerdem, dass die jüngere Generation viel früher und offener mit ihrer Homosexualität nach draußen geht. Wir haben Social Media , Menschen teilen ihr Leben und ihre Partnerschaften. Deshalb glaube ich, dass die Situation heute eine andere ist. Bleiben wir kurz bei der Medienbranche, die sich aktuell auch in anderer Form in einem Umbruch befindet. Bei großen Fernsehsendern werden Stellen abgebaut. Sorgen Sie sich um die Zukunft des Fernsehens? Es verändert sich. Lineares Fernsehen wird mittlerweile auch digital konsumiert. Die Kanäle verschieben sich, aber Fernsehen wird bleiben. Ob man es Streamen nennt oder lineares Fernsehen, die Inhalte müssen produziert werden. Spüren Sie diese Veränderungen auch persönlich? Ich kenne viele Menschen, die eine Festanstellung beim Fernsehen haben und die derzeit sehr ungewiss in die Zukunft blicken. Und das gilt natürlich auch für andere Branchen. Alle versuchen ihr Bestes. Veränderung kann erst mal verunsichern. Ich kenne es nicht anders, denn ich arbeite schon immer projektbezogen und bin immer wieder von Entscheidungen anderer abhängig. Daher bin ich wahnsinnig dankbar, ein Herzensprojekt wie "Promi Big Brother" seit Jahren moderieren zu dürfen, und dann auch noch mit so einer wunderbaren Partnerin wie Marlene Lufen . Für mich ist es wichtig, breit aufgestellt zu sein. Auch, weil ich die Vielseitigkeit liebe. Ich moderiere, bin Schauspieler und habe aktuell zwei Podcasts, "Sendepause Fehlanzeige" mit "Spiegel"-Kolumnistin Anja Rützel und "Happy Life" für ein zufriedeneres Leben. Außerdem probiere ich mich gerne aus und bekomme dazu auch immer wieder Gelegenheit. Sie sprechen in Ihrem neuen Podcast auch über das Thema Beziehungen und haben selbst einen Einschnitt erlebt. Im vergangenen Jahr haben Sie und Ihr Ehemann Norman Kühle sich getrennt. Wie geht es Ihnen heute? Wir waren acht Jahre lang zusammen. Wenn der Lebenspartner, der Mensch, mit dem man jeden Tag mehrfach telefoniert und Nachrichten geschrieben hat, nicht mehr da ist, ist das erst mal schrecklich. Ich habe nach unserer Trennung eine absolute Leere empfunden und mich teilweise auch sehr einsam gefühlt. Es war das herausforderndste Jahr, an das ich mich erinnern kann. Ich bin froh, dass es mir aber seit einigen Wochen wieder besser geht. Persönliche Weiterentwicklung und mentale Gesundheit sind Themen, die mich immer schon sehr interessiert haben, insofern bin ich sehr glücklich, in "Happy Life" genau über diese Themen sprechen zu dürfen. Sind Sie offen für eine neue Liebe? Ich habe nicht das Gefühl, dass ich gerade einen Partner benötige und kann gut alleine sein. Meine Freunde und mein Job geben mir gerade viel Halt. Aber ich bin ein Romantiker. Wenn ich mich mal wieder verknalle, werde ich mich wahrscheinlich Hals über Kopf ins Glück stürzen.





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