Der Ölpreisschock im März hat die Teuerungsrate in Deutschland sprunghaft nach oben getrieben. Wie geht es weiter mit der Inflation nach der inzwischen verkündeten Waffenruhe im Nahen Osten? Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland im März sprunghaft verteuert. Massiv gestiegene Energiepreise katapultierten die Inflationsrate auf 2,7 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2024, wie das Statistische Bundesamt vorläufige Berechnungen bestätigte. Im Februar hatten die Verbraucherpreise noch 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. Erstmals seit Dezember 2023 verteuerte sich die Energie – und zwar kräftig: Die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe lagen im März den Angaben zufolge um 7,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. "Die deutlichen Preissteigerungen bei den Energieprodukten treiben die Inflation . Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert", sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. Straße von Hormus blockiert: Diese Produkte könnten jetzt teurer werden Anlagetrend der Woche: Klingbeil schaut zu, wie der Mittelstand verramscht wird An der Spitze lagen die jahresbezogenen Preissteigerungen für leichtes Heizöl (+44,4 Prozent) und Kraftstoffe (+20,0 Prozent). Literpreise von mehr als zwei Euro sind seit Wochen die Regel an Deutschlands Tankstellen. Daran hat bisher auch die seit dem 1. April geltende 12-Uhr-Regel nichts geändert, die Tankstellen Preiserhöhungen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr mittags, erlaubt. Auch Gas und Strom haben sich für Neukunden zuletzt deutlich verteuert, blieben aber noch unter den hohen Vorjahreswerten. Waffenruhe macht Hoffnung Hoffnung, dass die höheren Energiekosten nicht in dem Maße wie befürchtet auf andere Preise hierzulande durchschlagen werden, macht die kurz nach Ostern verkündete Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe. In diesem Zuge hatte der Iran auch ein Ende der Blockade der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge Straße von Hormus angekündigt. Öl verbilligte sich in der Folge an den Weltmärkten deutlich. Solange der Konflikt im Nahen Osten nicht endgültig gelöst ist, bleibt jedoch Unsicherheit. Volkswirte hatten im März einen weiteren Anstieg der Verbraucherpreise für April in Deutschland vorhergesagt. Mit Beginn der Reisesaison könnten sich etwa Flugtickets und Pauschalreisen verteuern. Bei vielen Haushalten ist schon jetzt das Geld knapp Ökonomen hatten davor gewarnt, dass sich im Falle eines längeren Krieges der Energiepreisschock in der Breite der Wirtschaft niederschlagen dürfte: Steigende Produktions- und Transportkosten könnten unter anderem die Preise für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Dienstleistungen steigen lassen. Im März schwächte sich der Preisauftrieb bei Lebensmitteln etwas ab. Nach Angaben des Bundesamtes mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Nahrungsmittel durchschnittlich 0,9 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Merklich teurer als vor einem Jahr waren aber zum Beispiel Schokolade (+9,6 Prozent) oder Eier (+14,8 Prozent). Dienstleistungen wie Restaurantbesuche, die in den vergangenen Monaten die größten Preistreiber waren, verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut um 3,2 Prozent. Von Februar auf März des laufenden Jahres stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 1,1 Prozent. Je höher die Inflationsrate, umso weniger können sich die Menschen für einen Euro leisten. In einer Yougov-Umfrage im Auftrag der Postbank gab im März jeder Achte (12,8 Prozent) der 2.028 befragten Erwachsenen an, kaum noch die laufenden Kosten für das tägliche Leben aufbringen zu können. In Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 2.500 Euro sagt dies sogar fast jeder vierte Befragte (23,5 Prozent). Die Sorge vor einer neuen Preiswelle ist groß.