Donald Trump verschärft am Ostersonntag den Ton gegenüber Iran – und stößt damit parteiübergreifend auf scharfe Kritik. Auch aus dem eigenen Lager kommt Widerspruch. US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag (Ostersonntag) mit einer vulgären Drohung gegen Iran für Empörung in Washington gesorgt. Auf seiner Plattform Truth Social forderte er das Land auf, die Straße von Hormus zu öffnen – andernfalls werde es "in der Hölle leben" und mit massiven Angriffen rechnen müssen. Er drohte erneut, die iranische Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken anzugreifen, und beendete seine Botschaft mit einer sarkastischen religiösen Formel. "Dienstag wird 'Kraftwerks-Tag' und 'Brücken-Tag' zugleich sein – im Iran. So etwas hat es noch nie gegeben!!! Öffnet die verdammte Meerenge, ihr Verrückten, sonst werdet ihr in der Hölle leben – wartet es ab! Gelobt sei Allah", schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Vor allem Demokraten reagierten auf den Beitrag mit scharfer Kritik. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, erklärte, der Präsident "tobe wie ein durchgedrehter Irrer" in sozialen Medien und drohe mit möglichen Kriegsverbrechen. Das Verhalten sei nicht das, "wofür unser Land steht". Auch der demokratische Senator Chris Murphy bezeichnete Trumps Auftreten als "absolut durchgedreht". Er erklärte, Mitglieder der Regierung sollten prüfen, ob der 25. Verfassungszusatz angewendet werden müsse – dieser regelt die Amtsenthebung eines handlungsunfähigen Präsidenten. Murphys Kollege, der Senator Tim Kaine, kritisierte die Wortwahl ebenfalls deutlich. Trumps Auftreten sei "peinlich und kindisch" und zeige vor allem eines: "das Fehlen eines Plans" im Umgang mit dem Konflikt, so Kaine. Marjorie Taylor Greene: "Trump ist verrückt geworden" Scharfe Kritik kam jedoch auch aus Trumps eigenen Reihen. Die frühere republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene veröffentlichte einen Screenshot des Beitrags von Trump und schrieb dazu, alle Christen in Trumps Umfeld müssten "auf die Knie fallen und Gott um Vergebung bitten" und aufhören, den Präsidenten zu "verehren". Trump sei "verrückt geworden", und wer ihn unterstütze, mache sich "mitschuldig". Hintergrund ist die angespannte Lage im Nahen Osten. Trump hatte Iran zuvor ein Ultimatum gestellt, die wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus binnen 48 Stunden freizugeben. Durch die Meerenge wird ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels transportiert, Einschränkungen haben zuletzt die Energiepreise steigen lassen. Greene schrieb in ihrem Post auf X, sie verteidige den Iran nicht, man müsse aber "ehrlich" auf die Lage schauen. Die Straße von Hormus sei geschlossen, weil die USA und Israel "einen unprovozierten Krieg" begonnen hätten – begründet mit angeblichen Atomdrohungen. Israel verfüge selbst über Atomwaffen und könne sich verteidigen, ohne dass die USA eingreifen müssten, so Greene. Bruch mit Trump Greene galt lange als eine der lautstärksten Unterstützerinnen Trumps und profilierte sich als zentrale Figur seines MAGA-Lagers. In den vergangenen Monaten geriet sie jedoch mehrfach offen mit ihm aneinander – insbesondere wegen seiner Zustimmung zu Militärschlägen gegen Iran und weiterer politischer Entscheidungen. Nach diesem Zerwürfnis entzog Trump ihr im November die Unterstützung, Greene zog sich kurz darauf aus dem Kongress zurück. Ungewöhnlich ist nun der Ton ihrer Kritik an Trump. Greene argumentierte ausdrücklich religiös und verwies auf die Lehren Jesu, der zur Vergebung aufgerufen habe – auch gegenüber Feinden. Trump hingegen sei "kein Christ", seine Politik dürfe daher nicht unterstützt werden. Christen in der Regierung sollten stattdessen auf Frieden drängen und eine weitere Eskalation verhindern. Greene warf dem Präsidenten zudem vor, mit seiner Iran-Politik zentrale Versprechen an die Wähler zu brechen und unschuldige Menschen zu gefährden. Seine jüngsten Aussagen schadeten "dem iranischen Volk", das er eigentlich habe befreien wollen, und widersprächen dem politischen Kurs, für den viele seiner Anhänger gestimmt hätten. "Das macht Amerika nicht wieder groß, das ist böse", schrieb sie.