Künstler Alexander Popp zeigt Sibiriens Horizonte
Die Kultursaison 2025/2026 im Deutsch-Russischen Haus (DRH) steht im Zeichen von Jubiläen: Das Programm „Avantgarde der Russlanddeutschen“ des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur (IVDK) feierte kürzlich sein 15-jähriges Bestehen, der Verband selbst bereitet sich auf sein 35-jähriges Jubiläum vor. Die Personalausstellung Alexander Popps, Mitglied des Russischen Künstlerverbandes und Teilnehmer der ersten Ausstellung sowjetdeutscher Künstler in Moskau im Herbst 1991 – und des allerersten Projektes des IVDK –, ist ein Höhepunkt dieses Programms.
Die Werke des 78-jährigen Meisters, der in Sibirien als Sohn deportierter Wolgadeutscher geboren wurde, laden nicht zum bloßen Landschaftsbewundern ein, sondern zum kontemplativen Eintauchen: Der Betrachter soll sich als Teil des Universums fühlen. Popp bereiste die Region Krasnojarsk intensiv; Begegnungen mit Völkern abgelegener Gebiete prägten seine besondere Weltsicht.
Sibirien im Herzen
Gulwaira Kuzenko, Präsidentin der Organisation indigener Völker des Nordens, nennt die Ausstellung das Ergebnis eines schwierigen künstlerischen Weges: „Alexander Popp malt nicht einfach Gesichter – er malt Zustände, nachdem er Sibirien tief in sein Herz gelassen hat. In den Werken vereint sich die Natur mit dem menschlichen Geist, der trotz der Härte der Region weiterlebt und schafft.“
Der Künstler selbst gesteht: Früher malte er eher Landschaften, heute entstehe jedes Werk mit Philosophie. So vereine das Gemälde „Der Weltbaum“ Bilder von Bäumen aus aller Welt. „Mich interessieren nicht die Bäume selbst – es sind ihre Wurzeln“, erzählte Popp neulich bei der Eröffnung. „Ich zeige, wie schwer sich Leben in den Bergen entwickelt, wie ständig um sein Dasein gekämpft werden muss.“ Er arbeite in Serien: Eine Arbeit entstehe, die nächste sei schon da – eine endlose Kette.
Die Ausstellung im Saal „Berlin“ des DRH ist so gestaltet, dass Besucher den Rundgang von jedem Punkt aus beginnen können. Abwechselnd präsentierte Landschaften, Porträts und Genreszenen fügen sich zu einer eindringlichen Erzählung über die raue Natur des Nordens. Jedes Werk ist ein eigenständiges Statement, das sich dennoch in ein gemeinsames Narrativ einfügt.
Bis zum 19. April.
Öffnungszeiten: Werktags 11–18 Uhr, nur nach vorheriger Anmeldung unter spar@ivdk.ru
Alexandra Sparo
Запись Künstler Alexander Popp zeigt Sibiriens Horizonte впервые появилась Moskauer Deutsche Zeitung.
