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Riester-Reform: Verbraucherschützer spricht Warnung aus | Tipps für Sparer

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Neues Vorsorgedepot, staatliches Standardprodukt – klingt nach Fortschritt. Doch Verbraucherschützer Niels Nauhauser warnt: Für viele Sparer könnte am Ende alles beim Alten bleiben. Schon zu Zeiten der Ampelkoalition hat die Bundesregierung versucht, die Riester-Rente wiederzubeleben, jetzt ist ein erster Schritt dahin geschafft: Der Bundestag hat die Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen . Sie soll vieles besser machen: einfacher, günstiger, transparenter. Wertpapierdepots und ein staatlich organisiertes Standardprodukt sollen echte Alternativen zu den oft kritisierten Angeboten der Versicherungsbranche schaffen. Doch wie groß ist der Fortschritt wirklich? Altersvorsorgeexperte Niels Nauhauser begleitet das Thema seit Jahren. Er sieht viel Licht, warnt aber auch vor ungelösten Problemen. Im Interview mit t-online erklärt er, welche alten Fallstricke fortbestehen, weshalb Kostenbremsen allein nicht reichen und wie sich Verbraucher jetzt verhalten sollten. t-online: Herr Nauhauser, der Bundestag hat die Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen. Wird jetzt endlich alles besser? Niels Nauhauser: Die Reform hat zumindest das Potenzial dazu. Zwei Jahrzehnte lang wurden Reformen von den Interessen der Finanzlobby geprägt, während Verbrauchern weiter komplexe, teure und unpassende Produkte zur Altersvorsorge verkauft wurden. Man muss der Politik zugutehalten, dass sie das Problem jetzt erkannt hat und diese Benachteiligung mit dem staatlich organisierten Standardprodukt endlich aufbricht. Wichtige Antworten: Das ändert sich jetzt bei der privaten Altersvorsorge Wie sollte dieses staatlich organisierte Modell aussehen? Aktuell ist das noch offen. Idealerweise gibt es ein einfaches Produkt mit wenigen Optionen. Ausreichend wäre eine Mischung aus einem breit gestreuten Aktien- und einem Anleihenfonds . Der Sparer legt entweder die Aufteilung selbst fest oder belässt es bei einer Voreinstellung, etwa über ein Lebenszyklusmodell: in jungen Jahren mehr Aktien, später weniger Risiko. Wichtig sind breite Streuung, niedrige Kosten und Transparenz. Um einen "Staatsfonds", wie die Versicherungswirtschaft das Modell nennt, handelt es sich aber nicht. Der Staat wird das Geld nicht auf eigene Rechnung verwalten. Er setzt nur die Regeln und sorgt dafür, dass ein unabhängiges Gremium das Geld anlegt. Geplant ist das staatlich organisierte Standardprodukt als ein Angebot von vielen. Hätte es aus Ihrer Sicht zur Pflicht gemacht werden sollen? Das ist eine politische Entscheidung. Ein Mittelweg wäre ein sogenanntes Opt-out-Modell gewesen: Alle zahlen automatisch ein, können aber widersprechen. Das Problem ist: Gerade Menschen mit wenig Einkommen können sich zusätzliche Vorsorge oft nicht leisten. Gleichzeitig sind sie diejenigen, die sie am dringendsten bräuchten. Dass nun erstmals auch ein öffentlicher Träger ein Vorsorgeprodukt anbieten kann, hatten Sie schon länger gefordert. Komplett euphorisch klingen Sie aber trotzdem nicht. Nein. Der Schritt ist wichtig und ein echter Meilenstein. Ich mache mir aber Sorgen um die nun anrollende Verkaufswelle. Denn das grundlegende Problem bleibt ungelöst: Es wird vor allem das verkauft, was hohe Provisionen bringt – nicht das, was für die Sparer am besten ist. Das führt dazu, dass denen, die Rat suchen, weiterhin viel zu teure Produkte angedreht werden. Das schmälert die spätere Rente erheblich. Die Politik setzt auf einen Kostendeckel für alle Standarddepots von 1,0 Prozent . Reicht das nicht? Nein. Das strukturelle Problem im Vertrieb lässt sich nicht mit einem Preisdeckel lösen. Wenn Sie die Provisionen in einem Produkt begrenzen, wird es schlicht nicht mehr verkauft. Stattdessen werden Versicherungsmakler und Vermögensberater andere, teurere Produkte verkaufen. Das Problem verlagert sich nur. Die Versicherungsbranche argumentiert, der Wettbewerb werde schon für faire Preise sorgen . Das Gegenteil haben wir bei Riester gesehen . Anbieter kaufen sich Marktanteile über Provisionen, nicht über bessere Produkte. Mehr Provision bedeutet mehr Vertrieb, mehr Vertrieb bedeutet mehr Abschlüsse. Das ist kein funktionierender Wettbewerb um die besten Produkte im Sinne der Verbraucher. Versicherungs- und Fondsverbände kritisieren, dass ein staatliches Standardprodukt private Vorsorgeprodukte verdrängen werde. Ist die Sorge berechtigt? Das kommt darauf an, ob ein staatlich organisiertes Standardprodukt überhaupt zum Jahresanfang 2027 verfügbar sein wird. Ein Großteil des Marktes könnte dank der fertigen Marketingstrategien der Anbieterseite bereits verteilt sein, bevor das Standardprodukt gestartet ist und sein Potenzial als Anker entfalten konnte. Auf jeden Fall ist der Druck auf die Anbieter, die Kosten im Rahmen zu halten, nun höher. Und das ist gut. Die neue Altersvorsorge soll 2027 starten. Worauf müssen sich Verbraucher in den kommenden Monaten einstellen? Auf eine Verkaufskampagne, die ihresgleichen sucht. Es geht um elf Millionen aktive Riester-Sparer im Bestand und Millionen weitere Arbeitnehmer sowie Selbstständige, die die Branche als Kunden gewinnen will. Im Provisionsvertrieb wittert man Rekorde bei den Absatzzahlen im Neugeschäft. Hier muss man aufpassen, nicht über den Tisch gezogen zu werden. Was raten Sie konkret? Verbraucher sollten sich vor allem nicht unter Druck setzen lassen. Wichtig ist, sich unabhängig zu informieren – zum Beispiel bei Verbraucherzentralen oder der Stiftung Warentest – und Empfehlungen von Vermittlern kritisch zu hinterfragen. Außerdem sollte man genau auf die Kosten und das Kleingedruckte achten. Viele Anbieter werden sich ein Preisänderungsrecht vorbehalten. Im Zweifel kann man auch noch etwas auf das staatlich organisierte Standardprodukt warten, denn das soll eine einfache und verlässliche Option für alle werden. Viele Menschen sorgen bereits mit ETF-Sparplänen fürs Alter vor . Das wird künftig auch mit staatlicher Förderung möglich sein. Lohnt sich das neue Altersvorsorgedepot mehr als ein privater ETF-Sparplan? Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die geförderten Produkte sind zwar steuerfrei in der Ansparphase, doch die spätere Rente wird voll versteuert. Bei einem privaten ETF-Depot hingegen werden nur die Gewinne besteuert. Bei Aktienfonds sind sogar 30 Prozent der Gewinne steuerfrei, der Rest unterliegt nur der geringeren Abgeltungsteuer. Als Faustformel lässt sich sagen, dass die staatliche Förderung im Schnitt etwa einen Prozentpunkt Renditevorteil pro Jahr bringen kann. Sind die Kosten zu hoch, fressen sie diesen Vorteil aber auf. Heißt das: ETF-Sparen ist oft die bessere Wahl? Das hängt entscheidend von den Kosten der Angebote ab. Gegenüber den teuren Produkten im Finanzvertrieb ja. Gegenüber günstigen Angeboten von Neobrokern oder dem staatlichen Träger vermutlich nicht. Zudem kommt es auf den Einzelfall an: Wer viele Kinderzulagen erhält, kann stärker von der Förderung profitieren. Entscheidend ist immer die Gesamtrechnung: Förderung minus Kosten minus Steuern . Die Zahl der Riester-Verträge stagnierte zuletzt, viele wurden gar nicht mehr bespart. Bringt die Reform das Vertrauen in die private Altersvorsorge zurück? Das hängt davon ab, wie gut es gelingt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher eine bedarfsgerechte Altersvorsorge abschließen. Ob das mit der Reform jetzt wirklich für alle einfacher wird, bleibt abzuwarten. Immerhin dürfte es Dutzende Standardprodukte der Anbieterseite geben, daneben das staatlich organisierte Standardprodukt und darüber hinaus noch Dutzende weitere Riester-Verträge mit Garantie, ohne Garantie und mit teilweisen Garantien. Es bleibt unübersichtlich. Ich fürchte daher, das wird nicht die letzte Reform der privaten Altersvorsorge gewesen sein. Herr Nauhauser, wir danken Ihnen für das Gespräch.





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