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Iran-Krieg der USA: Evangelikale Endzeit-Rhetorik heizt den Konflikt an

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Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser, in dieser Woche stand Trumps sogenannter Kriegsminister Pete Hegseth im Pentagon und hielt einen christlichen Gottesdienst ab, bei dem er sich als Prediger inszenierte. Vor ihm saßen Soldaten, Generäle und zivile Mitarbeiter. Sie arbeiten in jener Behörde, deren offizieller Name noch immer Verteidigungsministerium lautet. Und doch führen die USA, gemeinsam mit Israel, seit gut vier Wochen einen Angriffskrieg gegen den Iran. Dann sprach Hegseth ein martialisches Gebet: "Möge jede Kugel ihr Ziel treffen gegen die Feinde der Gerechtigkeit und unseres großen Landes." Gefolgt von einer weiteren Bitte an Gott für die eigenen Soldaten: "Gib ihnen Weisheit bei jeder Entscheidung, Ausdauer für die bevorstehende Prüfung, unzerbrechliche Einheit und überwältigende Gewalttätigkeit gegen jene, die keine Gnade verdienen." Es war eine verstörende Szene, die per Livestream ausgestrahlt wurde. Gerade, wenn man daran denkt, dass auch in diesem vermeintlichen Präzisionskrieg oftmals unschuldige Zivilisten die Opfer sind. Etwa jene iranischen Schulkinder, die in den ersten Kriegstagen getötet wurden. Man kann Hegseths Worte als Ausdruck seines persönlichen Glaubens verstehen. Öffentlich ausgesprochen von einem Minister sind sie aber vor allem eines: brutale propagandistische Rhetorik in Kriegszeiten. In diesen Worten steckt aber noch etwas Gefährlicheres. Es ist nicht das erste Mal, dass Trumps oberster Feldherr und früherer Fox-News-Moderator einen ohnehin religiös aufgeladenen Konflikt im Nahen Osten noch weiter anheizt. Nicht zu vergessen: Der Mann trägt ein Kreuzfahrer-Tattoo auf seiner Brust und die lateinischen Worte "Deus Vult" ("Gott will es") auf seinem Bizeps. Aber auch die religiöse Rhetorik anderer US-Kommandeure irritierte zuletzt immer wieder. Der Krieg gegen den Iran sei "Teil von Gottes Plan", hieß es etwa. Auch von der "Wiederkunft Christi" war die Rede. Bei diesem Krieg kämpfen nicht nur Staaten gegeneinander. Im Hintergrund stehen auch drei große religiöse Narrative: Zuallererst das islamistische Regime in Teheran, das den Staat Israel auslöschen will. Auch die Regierung in Jerusalem wird von stark religiös argumentierenden, religiösen Kräften getragen. Und in Washington regiert eine Administration, die den politischen Einfluss evangelikaler Christen offen kultiviert. Diese geopolitische Krise droht zu einem modernen Heiligen Krieg zu eskalieren. Denn geführt wird er auch von fundamentalistischen Interpreten der drei großen Weltreligionen. Die Folgen können schnell zur Gefahr für unsere Gesellschaften werden. Angestachelt durch aggressive Rhetorik könnten sich auch Terroristen wieder an ihr menschenverachtendes Werk machen. Der Iran definiert sich selbst als Islamische Republik. Das ist nichts Neues. Seit der Revolution von 1979 gehört der Kampf gegen den "Großen Satan" USA und den "Kleinen Satan" Israel zur politischen Ideologie des Terrorregimes, das auch die eigene Bevölkerung massakriert, foltert und tötet. Auch in Israel werden historische religiöse Vergleiche verwendet – etwa wenn der iranische Gegner mit biblischen Feinden gleichgesetzt wird. Was aber neu und beunruhigend ist: Dass sich im Umfeld der amerikanischen Regierung eine eigene religiöse Deutung von Trumps Krieg gegen den Iran verbreitet. Der evangelikale Prediger John Hagee etwa erklärte kürzlich: "Prophetisch betrachtet liegen wir genau im Zeitplan." Was gemeint ist: Einige Christen in den USA glauben tatsächlich, der Konflikt könne Teil der biblischen Endzeit sein. Der republikanische Abgeordnete Andy Ogles, fast ausschließlich bekannt für seine provokanten, diskriminierenden und rassistischen Ausfälle, teilte ein mit KI produziertes Video, das ihn, Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth als Kreuzritter zeigt. Trumps Kriegsminister schürt solche Erzählungen. Und die kommen nicht aus dem Nichts. Doug Wilson etwa ist im Pentagon jener Pastor, dem Hegseth vertraut. Der evangelikale Geistliche ist nicht nur gegen Einwanderung von Muslimen in die USA, sondern auch gegen das Frauenwahlrecht. Wilson gilt als ideologischer Ideengeber von Hegseth. Mit ihm wird der Glaube politisch. Meine Kollegin Nilofar Breuer hat hier über ihn geschrieben . Gerade das US-Kriegsministerium ist inzwischen voller religiöser Symbolik. Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte das Pentagon auf seinem YouTube-Kanal ein Video mit dem Titel "Ein Gebet für unsere Krieger". Auch hier ist Pete Hegseths Stimme zu hören, unterlegt mit Bildern von Soldaten auf dem Schlachtfeld. Dazu immer wieder die Worte: "Ich bete". Solche religiösen Propaganda-Aktionen sind hochproblematisch. Sie dürfen nicht in staatliche Institutionen einwandern und zu einer quasi-offiziellen Doktrin werden. In einem Einwanderungsland wie den USA, in dem Christen, Juden, Muslime und Andersgläubige gemeinsam in der Armee dienen, wirken Worte wie die von Hegseth wie Gift – und sie entsprechen nicht der verfassungsgemäßen Vorstellung des Landes. Trotz christlicher Prägung gibt die amerikanische Verfassung die Trennung von Staat und Religion vor. Es darf keine Staatsreligion erschaffen werden. Absurderweise waren es über viele Jahrzehnte gerade die Evangelikalen, die eine Trennung von Staat und Kirche vehement verteidigten – als Schutz vor einer befürchteten Kontrolle der Regierung. Unter der Trump-Regierung aber versuchen religiöse Akteure im militärischen und im zivilen Bereich, ihre fundamentalen Vorstellungen von Politik durchzusetzen. Hegseths Aussagen sind längst keine Einzelfälle mehr. Die US-Organisation "Military Religious Freedom Foundation" (MRFF) berichtete zuletzt von mehr als 200 Beschwerden amerikanischer Soldaten, deren Vorgesetzte den Krieg gegen den Iran als Teil von Gottes Plan beschrieben hätten. In einem Fall soll ein Kommandeur etwa gesagt haben, Donald Trump sei von Jesus "gesalbt", um im Iran das "Signalfeuer für das Armageddon" zu entzünden. Auch das ist eine biblische Referenz auf den Tag des Jüngsten Gerichts – das Ende aller Tage. In einem Krieg, der völkerrechtlich ohnehin hochumstritten ist, greift nun auch noch religiöser Fanatismus um sich. Und der kennt bekanntlich keine Grenzen, schon gar keine rechtlichen. Ein politischer Konflikt mündet so in einen ideologisch geführten Endkampf. Verantworten möchten sich seine Vertreter nur vor einem für die eigenen Zwecke missbrauchten Gott. Wenn westliche Politiker den Krieg religiös rechtfertigen, liefern sie dem iranischen Regime genau die Erzählung, die es seit Jahrzehnten verbreitet: Der Westen führe einen religiösen Krieg gegen den Islam. Wie soll ausgerechnet auf diese Weise ein Friedensplan gelingen? Donald Trump ist zwar kein theologischer Denker. Aber er versteht die politische Kraft religiöser Symbolik, die seine Macht erhalten soll. Und so schafft er bewusst Bilder von Gebeten im Weißen Haus. Dabei sind Pastoren, die ihn segnen. Für manche von ihnen ist Trump eine Art moderner "König Cyrus" – ein von Gott eingesetzter Herrscher. Was exotisch klingt, ist seit Jahrzehnten Teil der amerikanischen Politik. Trump gewährt ihnen nun aber exklusiven Zugang zur Macht. Das alles hat wenig mit wahrhaftigem Glauben und Religion zu tun. Denn gerade mächtige, religiöse Stimmen warnen vor dieser Entwicklung. Ausgerechnet der erste amerikanische Papst Leo XIV. und andere Kirchenvertreter haben zum Ende des Krieges im Iran aufgerufen. Ihre Botschaft ist schlicht: Religion sollte Frieden stiften – nicht Kriege befeuern. Eine Lehre, die man längst aus der Geschichte hätte ziehen können. Doch der Mensch ist bekanntlich wenig lernfähig. Spritpreis-Notfallmaßnahmen Rettung für das Heilig's Blechle Unabhängig von Ideologien beschäftigen uns alle die irdischen Folgen des Iran-Krieges und der Blockade der Wasserstraße von Hormus. Denn die Preise steigen, besonders an den Tankstellen. Das Autofahren und in der Folge jegliche Transportwaren werden immer teurer. Die Lage um das Heilig's Blechle der Deutschen ist bereits absehbar so dramatisch, dass der Bundeskanzler schon weitere Maßnahmen gegen die steigenden Sprit- und Energiepreise für denkbar hält. Friedrich Merz kündigte zuerst an, dass die Koalition aus Union und SPD in dieser Woche erste Reformen beschließt, um den Preisexplosionen entgegenzuwirken. Dazu zählen das sogenannte Österreich-Modell, bei dem Tankstellen nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen, und eine Verschärfung des Kartellrechts. Der Kanzler ist sich aber wohl darüber im Klaren, dass es nicht so einfach wird. "Das alles wird nicht ausreichen, um die Preise so zu dämpfen, dass sie wieder verträglich werden für die Verbraucherinnen und Verbraucher", sagte er bei der Regierungsbefragung im Bundestag. Um mögliche weitere Maßnahmen zu beraten, wollen sich Fraktionsvertreter von Union und SPD sich an diesem Freitag erneut in einer Taskforce zusammensetzen, wie mein Kollege Johannes Bebermeier hier berichtet . Fußball Letzter offizieller Test und ein Vierziger Der deutsche Bundestrainer hat heute eine letzte Chance vor der kommenden Fußball-WM, seine Mannschaft in einem offiziellen Länderspiel zu testen. Julian Nagelsmann trifft mit der deutschen Nationalelf in Basel auf die Fußballer der Schweizer Eidgenossen. Anstoß ist um 20.45 Uhr. Der Tag X ist gekommen: Manuel Neuer feiert heute seinen 40. Geburtstag – und steht vor einer großen Zukunftsentscheidung. Drei Muskelfaserrisse in drei Monaten werfen Fragen auf – doch aus seinem Umfeld klingen die Antworten erstaunlich eindeutig, schreibt mein Kollege Julian Buhl . Das historische Bild Wilhelm II. war ein reisefreudiger Monarch, ein Land besuchte er besonders gern. Mehr lesen Sie hier . Lesetipps Jürgen Klinsmann weiß, was bei der WM in den USA auf die deutsche Nationalelf zukommen wird. Im Interview mit meinen Kollegen Julian Buhl warnt er den DFB davor, einen großen Fehler noch einmal zu begehen. Artikel lesen Der US-Präsident agiert unberechenbar und erratisch. Der Psychiater Thomas Fuchs sieht in Donald Trump einen ausgeprägten Narzissten und erklärt meinem Kollegen Marc von Lüpke im Interview, was das bedeutet. Artikel lesen Zwei Militäroperationen im amerikanischen "Krieg gegen Drogen" werfen Fragen auf. Trump will eine Militärallianz gegen die Kartelle, doch das könnte nach hinten losgehen, analysiert mein Kollege Simon Cleven. Artikel lesen Eskaliert der Krieg gegen den Iran weiter? Die US-Regierung denkt über die Entsendung von Bodentruppen nach. Was das militärisch wie politisch bedeuten könnte, erklärt mein Kollege Tobias Schibilla. Artikel lesen Ohrenschmaus Normalerweise wache ich in Washington auf. Aktuell befinde ich mich aber für einen Redaktionsbesuch in der Bundeshauptstadt. Darum kann ich hier mit Zartmann aufwachen . Das macht gute Laune, auch wenn es jetzt noch einmal kälter geworden ist. Zum Schluss Ich wünsche Ihnen einen möglichst frühlingshaften Freitag! Herzliche Grüße Ihr Bastian Brauns Washington-Korrespondent Mit Material von dpa.





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