Straftatenanzahl etwa gleich: Polizei zieht Bilanz: Neues Phänomen "Violence as a Service"
Frankfurt meldet bei Straftaten kaum Veränderungen – doch Gewalt, Beleidigungen und Bedrohungen nehmen weiter zu. Zudem beschäftigt ein neues Phänomen die Polizei: "Violence as a Service"
In Frankfurt ist die Zahl der registrierten Straftaten nahezu unverändert geblieben. So gab es einen Anstieg von 0,3 Prozent auf 113.603 Fälle, wie die Polizei mitteilte. Die Aufklärungsquote lag bei 62,5 Prozent. Das vierte Jahr in Folge gab es mehr Delikte in den Bereichen Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung - von insgesamt 14.520 auf 16.005 Fälle. "Die Zündschnur vieler Menschen ist kurz, der Umgang innerhalb der Gesellschaft rau", sagt Polizeipräsident Stefan Müller.
"Violence as a Service" beschäftigt die Beamten
Auffällig ist das neue Phänomen "Violence as a Service", bei dem Gewalt wie eine Dienstleistung angeboten wird. Hierbei würden oftmals Jugendliche aus dem Ausland rekrutiert - etwa über das Netz. So reiste ein 15-Jähriger aus den Niederlanden an, um einen Sprengstoffanschlag auf ein Café auszuüben.
Weitere Bereiche und Entwicklungen im Überblick:
Straßenkriminalität: Beim Straßenraub wurden die Fälle im Bahnhofsgebiet in den vergangenen zwei Jahren nahezu halbiert. 50 Prozent wurden aufgeklärt. Gründe dafür: Polizeipräsenz, Videoüberwachung und Waffenverbotszone. Die Zahl der Messerangriffe im öffentlichen Raum sank im Stadtgebiet von 142 auf 120, im Bahnhofsgebiet von 49 auf 42. Die Fälle im Bahnhofsviertel seien oftmals milieuinterne Taten, hieß es.Mit Hilfe der Videoanlagen wurden mehr als 1.000 Straftaten aufgeklärt.Häusliche Gewalt: Dazu zählen Körperverletzung, Stalking, Bedrohung, Sexual- und Tötungsdelikte. 2025 gab es ein Plus von rund 11 Prozent (2.281 Fälle) - ein neuer Höchststand. Auch hier spiele die zunehmende Verrohung der Gesellschaft eine Rolle. Auch gebe es eine höhere Anzeigebereitschaft.Im Bereich der Vergewaltigung, sexuellen Nötigung und Belästigung gab es einen klaren Anstieg um rund 30 Prozent auf 722 Fälle. Zudem gebe es eine hohe Dunkelziffer, so die Polizei. In den meisten Fällen bestehe eine vorherige Beziehung zwischen den Tätern und Opfern.Die Wohnungseinbrüche stiegen um rund 27 Prozent auf 1.333 Fälle, von denen mehr als ein Drittel zur Tageszeit stattfanden. Der Zuwachs liege größtenteils an reisenden Gruppen mit vielen Taten in kurzer Zeit.Mord und Totschlag: Es kam zu 72 versuchten und 6 vollendeten Fällen. Die gute Nachricht: Das sind elf vollendete Taten weniger als im Jahr zuvor. Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger: Hier gab es einen Höchststand mit 59 Taten, größtenteils Beleidigungen und Sachbeschädigungen. Körperliche Übergriffe wurden nicht festgestellt.Im Bereich politisch motivierter Kriminalität wurden 1.003 Fälle registriert (plus 13 Prozent).
