Nicht nur in Nordrhein-Westfalen stehen Busse und Bahnen still. Auch in anderen Bundesländern trifft der Warnstreik Millionen Fahrgäste. Am Donnerstag ist der öffentliche Nahverkehr in mehreren Bundesländern, darunter Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, durch Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi massiv eingeschränkt. In Nordrhein-Westfalen stehen Busse und Stadtbahnen in vielen Städten von der Früh- bis zur Spätschicht still. Ausgenommen sind lediglich die Stadtwerke Münster . Bereits am Dienstag hatte es umfangreiche Ausfälle gegeben. Welche Verkehrsalternativen gibt es? Erfahrungsgemäß fahren zumindest einige Busse privater Subunternehmer, wenn Busse und Stadtbahnen in den Depots bleiben. S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht vom Tarifkonflikt im Nahverkehr betroffen und können etwa in Großstädten genutzt werden, um ein großes Stück voranzukommen. Der ADAC rät zu Fahrgemeinschaften und für Kurzstrecken zum eigenen Fahrrad oder zu Sharing-Angeboten wie etwa Leihräder oder auch Elektroscooter. Müssen Schulkinder trotzdem zur Schule? Das NRW-Schulministerium hatte bei vorangegangenen Warnstreiks im Nahverkehr darauf hingewiesen, dass Schulpflicht besteht: "Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin." Auch Sachsen-Anhalt betroffen Auch in Sachsen-Anhalt kommt der Nahverkehr weitgehend zum Erliegen. In Magdeburg , Halle und Dessau-Roßlau müssen Fahrgäste bis Sonntag mit massiven Einschränkungen rechnen, teilten die Verkehrsbetriebe mit. In Dessau-Roßlau sollen Busse und Straßenbahnen komplett ausfallen. In den anderen Städten sei vielerorts kein regulärer Verkehr zu erwarten. Auch am Freitag (20. März) drohen weitere Ausfälle. Verdi ruft gezielt Beschäftigte in Betriebshöfen zum Streik auf. Je nach Standort kann es zu Teilausfällen oder zum Stillstand ganzer Netze kommen. Verhandlungen für 150.000 Beschäftigte Der Ausstand betrifft weitere Bundesländer. Auch Bayern und Hamburg sind betroffen. Es ist bereits die dritte Streikwelle in der laufenden Tarifrunde. Nach Angaben von Verdi verhandelt die Gewerkschaft für rund 100.000 Beschäftigte in etwa 150 Unternehmen bundesweit. Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg haben bereits Tarifergebnisse erzielt, in Hessen gab es einen Kompromiss in der Nacht auf Dienstag. Verdi fordert unter anderem eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Zudem sollen die Ruhezeiten zwischen zwei Schichten verlängert und die Zuschläge für Sonntagsarbeit erhöht werden. Die Arbeitgeber halten die Forderungen für überzogen und verweisen auf die angespannte Finanzlage der Betriebe.
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