Iwan Pawlow: Mehr als der berühmte "Pawlowsche Hund"
- wie ein Zufall im Labor Pawlow auf die Spur des Lernens durch Reize bringt,
- warum seine Forschung die bisher vorherrschende Trennung von Körper und Geist infrage stellt,
- warum seine Experimente mit Hunden heute auch kritisch gesehen werden,
- und weshalb seine Ideen dennoch bis heute Psychologie und Verhaltenstherapie prägen.
Wer den Namen Pawlow hört, denkt fast automatisch an den Hund, der beim Klang einer Glocke zu sabbern beginnt. Was wie ein simples Experiment wirkt, ist Anfang des 20. Jahrhunderts eine wissenschaftliche Sensation. Der russische Physiologe Iwan Pawlow zeigt, dass Körperreaktionen erlernt werden können: Wird die Futtergabe immer wieder mit einem Ton gekoppelt, reicht irgendwann der Ton allein, um Speichelfluss auszulösen.
Geboren 1849 als Sohn eines Priesters, sollte Pawlow selbst Geistlicher werden.
Doch im Seminar entdeckt er seine Leidenschaft für die Naturwissenschaften. In St. Petersburg erforscht er Herz, Nerven und Verdauung, erhält 1904 den Nobelpreis und wird weltberühmt. Seine Versuche zeigen: Verhalten lässt sich durch Reize formen. Sowohl beim Tier als auch beim Menschen. Damit wird Pawlow zu einem Pionier der modernen Verhaltensforschung und Psychosomatik.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Professor Igor Polianski, Medizinhistoriker an der Universität Ulm
- Daniel P. Todes: Ivan Pavlow, A Russian Life in Science, 2014.
- The Nobel Prize: Ivan Pavlov
Weiterführende Links:
- Nobelpreis für einen Zufall: Röntgens revolutionäre Strahlen
- Begründer der Allergielehre - Der Kinderarzt Clemens von Pirquet
- Ernst Kretschmer, Psychiater (Geburtstag 08.10.1888)
- Barbara McClintock, US-Genetikerin (Geburtstag, 16.06.1902)
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Autorin: Daniela Wakonigg
Redaktion: Matti Hesse
Technik: Moritz Raestrup ]]>
