Terra X: Ungelöste Fälle der Archäologie – magische Zeichen: Auf den Spuren der Schrift
Die neue Folge der Archäologie-Reihe macht die Suche nach dem Sinn hinter alten Symbolen anschaulich und zeigt, wie nah Erkenntnis und Rätsel oft beieinanderliegen.
Schrift gehört zu den größten Errungenschaften der Menschheit und zugleich zu den größten Rätseln. In der neuen Ausgabe der ZDF-Reihe "Terra X: Ungelöste Fälle der Archäologie" begibt sich Harald Lesch auf eine Spurensuche nach geheimnisvollen Schriftsystemen, nach "magischen Zeichen" rund um den Globus. Mit liebevoller Akribie (und Augenzwinkern) widmet er sich der Frage, warum manche Schriften bis heute nicht vollständig entziffert werden konnten und was sie dennoch über vergangene Kulturen verraten.
"Schrift ist eine der genialsten Erfindungen der Menschheit. Durch sie lebt die Vergangenheit fort", heißt es vollmundig beim ZDF. Doch diese Erfindung entstand nicht einmalig, sondern wurde an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten immer wieder neu kreiert. Um alte Zeichen lesen und verstehen zu können, braucht es mehr als linguistisches Wissen. Entscheidend sind auch Kenntnisse über die Sprache und Kultur der Menschen, die sie entwickelten. Genau daran scheitern Forscher bis heute bei manchen Schriftsystemen, die "bis auf weiteres als unentzifferbar" gelten, wie es in der "Terra X"-Sendung nüchtern heißt.
Der Film von Peter Prestel und Gisela Graichen zeigt, dass am Anfang der Schriftentwicklung häufig einzelne Zeichen standen, die sich erst im Laufe der Zeit zu komplexen Systemen formten. Manche Zeichen sind bildhafte Darstellungen, andere stehen für Silben oder Laute. Doch selbst wenn eine Schrift lesbar erscheint, bleibt ihr Sinn oft rätselhaft: Denn Lesen bedeutet nicht automatisch Verstehen.
Von Geheimnissen, die bislang noch nicht geklärt werden konnten
Ein Beispiel dafür ist die Linear-A-Schrift aus Kreta. Sie wurde von den Minoern entwickelt, der ersten Hochkultur Europas. Zwar konnten Wissenschaftler den Zeichen mithilfe von Parallelen zu einer späteren Schrift Laute zuordnen, doch die zugrunde liegende Sprache ist unbekannt. Deshalb konnten die Zeichen ihre "magische Fähigkeit, das in ihnen gespeicherte Wissen zu vermitteln", bislang nicht entfalten, wie es in der Ankündigung zur Sendung heißt.
Nicht weniger geheimnisvoll ist das Rongorongo, die Schrift der Rapa Nui auf der Osterinsel. Linguisten sind überzeugt, dass ihr eine Sprache zugrunde liegt, die bis heute von den Inselbewohnern gesprochen wird, wenn auch in einer späteren Sprachstufe. Dennoch haben die rund 600 bekannten Zeichen ihr Geheimnis nicht preisgegeben. Als wahrscheinlich gilt, dass die auf Holztafeln überlieferten Texte in einer Art "Wechselgesang" vorgetragen wurden". Möglicherweise enthalten sie wichtige Hinweise auf die Kultur der Rapa Nui und die Bedeutung ihrer berühmten Moai-Skulpturen.
Terra X: Ungelöste Fälle der Archäologie – magische Zeichen – So. 01.03. – ZDF: 19.30 Uhr
