Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um steigende Beiträge in der privaten Krankenversicherung. Nicht nur die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ächzen unter Finanzproblemen, auch die privaten Krankenversicherungen (PKV) haben ihre Beiträge zuletzt teils erheblich erhöht. So wies kürzlich die Verbraucherzentrale Hamburg darauf hin, dass sich die Beiträge für manche Privatversicherten zum Jahreswechsel 2026 sogar mehr als verdoppelt haben . Auch ein t-online-Leser beklagt, dass sein Beitrag nicht mehr finanzierbar sei, insbesondere angesichts seiner kleinen Rente . Er schreibt: "Meine Rente beträgt 620 Euro, meine private Krankenversicherung im Basisvertrag will 470 Euro im Monat von mir haben – wie soll das funktionieren?" Tatsächlich treffen steigende Beiträge privat krankenversicherte Menschen im Alter oft besonders hart. Denn anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen Privatversicherte keinen einheitlichen Beitragssatz. Der Beitrag für die PKV richtet sich stattdessen unter anderem nach dem Leistungsumfang, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Versicherten. Die Höhe des Einkommens spielt keine Rolle. Frag t-online: Private Krankenversicherung wird teurer, steigt auch der Zuschuss? Wachsen Rentnern ihre privaten Krankenkassenbeiträge über den Kopf, kommt vielen der Gedanke, in die günstigere gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Doch das ist ab einem Alter von 55 Jahren schwer bis unmöglich. Finanzielle Engpässe gelten nicht als ausreichender Grund für einen Wechsel. Ein Rentner hat allerdings ein Schlupfloch gefunden, mit dem er sich zurück in die gesetzliche Krankenkasse getrickst hat . Anbieterwechsel will gut überlegt sein Da sich der Leser schon im Basistarif seiner privaten Krankenversicherung befindet, hat er bereits alles getan, was er konnte, um innerhalb seiner Versicherung Geld zu sparen. Er könnte nun prüfen, ob ein Anbieterwechsel infrage kommt. Allerdings kann ein günstigerer Beitrag mit dem Verzicht auf Leistungen oder mit höheren Selbstbehalten einhergehen. Der Wechsel könnte also, je nachdem, wie es mit der Gesundheit des Lesers weitergeht, auf Dauer finanziell nach hinten losgehen. Am besten lassen sich Betroffene vor einem Wechsel unabhängig beraten, etwa bei den Verbraucherzentralen. Grundsätzlich können Rentner, deren Einkünfte zum Leben nicht reichen, Hilfe vom Sozialstaat in Anspruch nehmen. Grundsicherung, Wohngeld und weitere Zuschüsse können den Lebensunterhalt sichern. Lesen Sie hier, was Sie 2026 alles beantragen können, wenn Ihre Rente nicht reicht. Selbstständige müssen privat vorsorgen Da der Leser mit gut 600 Euro über eine sehr geringe monatliche Rente verfügt, ist davon auszugehen, dass er einen guten Teil seines Lebens selbstständig oder freiberuflich gearbeitet und dabei nicht in die Rentenkasse eingezahlt hat. Idealerweise hätte er privat fürs Alter vorsorgen sollen . Laut Alterssicherungsbericht der Bundesregierung ist jedoch gerade der Anteil der ehemals Selbstständigen, die im Alter Grundsicherung beziehen müssen, überdurchschnittlich hoch. Da die Vorsorge in Eigenverantwortung für viele nicht zu funktionieren scheint, plant die schwarz-rote Koalition, Selbstständige als Pflichtzahler in die gesetzliche Rentenversicherung aufzunehmen. Ein entsprechender Gesetzentwurf dazu liegt aber noch nicht vor. Auch mehrere Vorgängerregierungen hatten diesen Schritt angekündigt, aber nie vollzogen.