Kritik an der olympischen Bühne: Fanny Smith vermisst in Livigno den großen Geist der Spiele. Die erfahrene Skicrosserin spart nicht mit deutlichen Worten. Fanny Smith hat bereits vier Olympische Spiele erlebt – Vancouver 2010, Sotschi 2014, Pyeongchang 2018 und die besonderen Spiele unter Covid in Peking vor vier Jahren inklusive Medaillen-Skandal. Entsprechend klar fällt ihr Urteil über Livigno aus. Ob Strecke oder Stimmung im Ort: Die Schweizerin zeigt sich unzufrieden. "Diese Strecke ist nichts Besonderes, sie hat nichts Technisches", sagt sie. "So ist es ein bisschen traurig, Olympische Spiele auf einer so einfachen, so minderwertigen Piste auszutragen. Man sieht es überall in der Organisation, auf den Tribünen … Rundherum gibt es nichts. Ich habe schon Spiele mit einem echten olympischen Geist erlebt. Aber hier …" Olympische Winterspiele: Das sind Deutschlands Fahnenträger Die Winterspiele sind auf mehrere Orte in Norditalien verteilt. In Livigno werden innerhalb von zwei Wochen 26 Titel vergeben. Dennoch fehlt laut Smith das typische olympische Flair mit einem zentralen Dorf und Begegnungen zwischen den Athleten. "Die alpinen Skifahrer haben mir gesagt, dass wir Glück haben, in Livigno zu sein", sagt Smith. "Und das stimmt, sie hatten alles, um es gut zu machen. Es gibt eine kleine Bühne, auf der sie die Medaillenzeremonien hätten abhalten können … Aber nicht einmal das!" "Blende den Rest aus" Smith ergänzt: "Sie hätten etwas Schönes auf die Beine stellen können, aber ich habe den Eindruck, dass sie es nicht zu Ende gedacht haben oder dass ihnen die Zeit gefehlt hat. Nun, ich bin Profi, ich weiß, was ich hier zu leisten habe." Es sei schade um den olympischen Geist. "Ich habe meine Arbeit zu erledigen und blende den Rest aus." Einen Vorteil hat sie dennoch. Ihr Sponsor, ein weltweit bekannter Getränkehersteller, stellt unterstützten Sportlern ein Chalet zur Verfügung. "Ich habe das Glück, dorthin gehen zu können, um mich auszuruhen und zu trainieren", sagt Smith. "Denn das Essen im Olympischen Dorf ist nicht besonders. Das Fitnessstudio ist auch winzig. Dort hingegen ist alles so eingerichtet, dass wir am Wettkampftag Leistung bringen können. Das können kleine Dinge sein, die den Unterschied machen." Ein Punkt stimmt sie versöhnlich: die Nähe zur Schweiz. Erstmals reisen ihre Familie, Freunde und ihr Fanclub an. "Und das ist sehr speziell. Das ist der grosse Unterschied", betont Smith.