Seit 2021 sind Peter Kurth und Peter Schneider TV-Kommissare in Halle. Jetzt ermittelt das ostdeutsche Duo zum letzten Mal und erhebt Vorwürfe gegen den MDR. Vor fünf Jahren feierten Peter Kurth und Peter Schneider ihre "Polizeiruf 110"-Premiere. Ihr Fall damals, "An der Saale hellem Strande", wurde zum Publikumshit. Fast acht Millionen Menschen schalteten ein. Auch der zweite Fall, der 2024 ausgestrahlt wurde, kam gut an. Die Quote war sogar noch besser, die Kritiken waren positiv. Dennoch ist nach dem dritten Fall, der am kommenden Sonntag gezeigt wird, Schluss. Im Interview mit der Programmzeitschrift "Hörzu" äußerten sich die beiden TV-Ermittler jetzt kritisch zu dieser Entscheidung und der damit einhergehenden Kommunikation. Warum die erfolgreiche Reihe nun nach drei Fällen endet, beantwortete Schneider so: "Ich weiß es ehrlich gesagt nicht so richtig. Ich habe selbst im Januar 2025 aus der Presse erfahren, dass das wohl so geplant war – nur drei Filme." "Wer hätte das gedacht?": Größte Enttäuschung der Dschungel-Geschichte ARD ändert Programm: "Sturm der Liebe" und "Rote Rosen" gestrichen Er sei darüber überrascht gewesen, da er "ursprünglich für eine Reihe angefragt worden war". Er sei damals nicht davon ausgegangen, dass es sich dabei nur um eine Trilogie handeln sollte. "Ich verstehe es vor allem nicht, weil es gerade diese 'Quote Ost'-Bewegung gibt, wo man sagt: 20 Prozent der Bevölkerung sind ostsozialisiert, also sollten die Geschichten über den Osten bzw. Menschen und Städte und Krimifälle im Osten, auch von Leuten erzählt werden, die hier sozialisiert wurden", machte er in dem Gespräch seinem Ärger weiter Luft. Die Mitarbeitenden rund um den Halle-Krimi seien ein "super Beispiel – das ganze Team kommt von hier und hat eine andere Sicht auf die Menschen, die hier leben, und über die wir erzählen". Weiter sagte der 51-Jährige: "Insofern verstehe ich das wirklich nicht, zumal es so ein Erfolg war und wir diese Preise bekommen haben. Eigentlich könnte der MDR stolz darauf sein." Kollege Kurth stimmt ihm zu: "Von der Kommunikation her lag da einiges im Argen. Ich hatte noch in Erinnerung, dass es hieß: Nach drei oder vier Fällen reden wir noch mal darüber. Aber dieses Gespräch fand einfach gar nicht statt." Lag es an der Gage? Wegen einer zu hohen Gage sei die Zusammenarbeit der beiden Schauspieler zufolge "bestimmt nicht" beendet worden. "Für den 'Polizeiruf' arbeiten wir zu üblichen ARD-Tagessätzen. Um den dritten Fall überhaupt drehen zu können, waren alle im Team sehr kompromissbereit. Auch Peter und ich", sagte Schneider. Es gebe viele Künstler, die "viel, viel mehr verdienen". Schneider selbst befinde sich eigenen Aussagen zufolge "im unteren Bereich". Hohe Produktionskosten hätten eher andere Ursachen: "Es liegt eher an unseren Fällen: Es gibt viele Locations, viele Leute. Wenn du im Studio 45 Minuten Verhör drehst, ist das billiger. Ein normaler 'Polizeiruf' liegt bei 1,2 bis 1,7 Millionen, unser Budget war bestimmt nur etwas höher." Der dritte und letzte Fall der halleschen Kommissare, der mit einem mysteriösen Tod in der Badewanne beginnt, läuft am Sonntag, ab 20.15 Uhr in der ARD .