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Fußball-Bundesliga: Werder genervt: Mit Thioune noch tiefer in der Krise

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Elf Spiele ohne Sieg, Pfiffe von den Fans und ein dünnhäutiger Sportchef: Bei Werder Bremen ist die Lage nach dem 0:1 in Freiburg mehr als angespannt.

Neu-Trainer Daniel Thioune bemühte Durchhalteparolen, Sportchef Clemens Fritz war mächtig angefressen. "So, das reicht mir jetzt", brummte Fritz nach dem 0:1 seiner Bremer beim SC Freiburg in Richtung der Journalisten und zog grußlos ab. Zuvor hatte er sieben Minuten lang nach Gründen für die tiefe Werder-Krise gesucht, die Thioune später treffend beschrieb: "Die Abschüsse waren da, aber nicht in der Konsequenz, wie ich mir das gewünscht hätte. Dann darf man ein Stück weit die Qualitätsfrage stellen."

Die Nerven sind dünn bei den Grün-Weißen nach dem Sturz auf Relegationsplatz 16, während das Fragezeichen hinter der Kaderqualität immer dicker wird. "Kaltschnäuzigkeit" und "Killerinstinkt" würden vorn und hinten fehlen, polterte Kapitän Marco Friedl. "Deshalb stehen wir nach elf Spielen ohne Sieg völlig verdient da, wo wir gerade sind." Es müsse sich etwas ändern, sonst drohe ein "blaues Wunder".

Fritz: Kopf spielt "größere Rolle als die Qualität"

Er sehe "eine gute Qualität in unserer Mannschaft", bekräftigte zwar Fritz. "Für mich spielt der Kopf eine größere Rolle als die Qualität." Doch wie die bittere Realität aussieht, weiß auch Werders Geschäftsführer Profifußball: "Wenn du da unten drinstehst, wenn du in diesem Abstiegskampf drin bist, dann musst du dir alles hart erarbeiten." Vor allem Torchancen, zumal mit einem Spieler mehr über fast die gesamte zweite Hälfte. Das schaffte Werder aber nur in Ansätzen.

Trotz langer Überzahl nach der Roten Karte für Freiburgs Johan Manzambi (52. Minute) sprang offensiv einfach viel zu wenig heraus. Den Südbadenern reichte ein tolles Tor von Niklas Beste (13.) zum Heimsieg.

Werders Dilemma: Viele Flanken, kein Ertrag. Und auch sonst fehlten die Mittel gegen kompakt verteidigende Freiburger. "Wir haben mehr oder weniger um den Strafraum drumherum gespielt", monierte Fritz. "So ist es dann natürlich auch schwierig, zum Torerfolg zu kommen."

Genervt von zu vielen Übersteigern

Keke Topp, der erstmals seit dem 2:3 Anfang Dezember beim HSV wieder in der Startelf stand, und vor allem Sturmpartner Justin Njinmah gelangen wenig. "Wir spielen hin und hin und her, und machen drei Übersteiger, und dann denken wir uns, wir machen mal noch einen vierten hinterher", monierte Fritz, ohne Njinmah zu nennen, der das Kabinettstückchen vorgeführt hatte. "Das hat nichts mit Zielstrebigkeit zu tun."

Auf den Rängen war der Missmut ob des matten Auftritts groß. Mit Pfiffen und Gesten, die wenig Interpretationskunst bedurften, verabschiedeten die Werder-Fans unter den 34.700 Zuschauern die Mannschaft. "Wenn ich Fan wäre von Werder Bremen, dann würde ich auch so reagieren", gestand Friedl. "Wir sind alle enttäuscht. Natürlich kann ich das verstehen", sagte Fritz und versicherte, "dass keiner mit einem Lächeln nach Hause fährt".

Thioune: "Dann darf man ein Stück weit die Qualitätsfrage stellen"

Der tiefe Fan-Frust passte zur Bremer Stimmung nach dem missratenen Bundesliga-Debüt von Trainer Thioune, der in den wenigen Tagen als Nachfolger von Horst Steffen nicht jene Mängel beheben konnte, die den SV Werder schon länger plagen. "Die Kreativität hat uns gefehlt", stellte der Coach nüchtern fest.

Kaum im Amt muss Thioune schnell Antworten finden und Durchhalteparolen bemühen. "Das ist das Letzte, was ich sehen will, dass es hängende Köpfe sind", sagte der 51-Jährige. "Wer nach unten schaut, kann nicht sehen, was vor einem liegt." Und Fritz forderte: "Wir müssen intensiv arbeiten und wir dürfen den Glauben nicht verlieren." Auch wenn der nächste Gegner FC Bayern München heißt.






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